In beliebtem Schwimmbad
Weil sich Frauen „unwohl“ fühlen: Drastische Maßnahme gefordert
Aktualisiert am 13.03.2026 – 12:44 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine Stadt denkt darüber nach, Männer zu bestimmten Zeiten aus einem Hallenbad auszuschließen. Die Ergebnisse einer Umfrage zeichnen ein klares Bild.
In Usingen im Taunus läuft derzeit eine Debatte, ob es eine Frauenschwimmstunde im örtlichen Hallenbad geben sollte. Zu bestimmten Zeiten wären dann Männer vom Schwimmbetrieb im beliebten Taunusbad ausgeschlossen. Die „Frankfurter Neue Presse“ und die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichteten zuerst über den Vorstoß.
Die Initiative ging vom Ausländerbeirat der 15.000-Einwohner-Stadt aus, wie die städtische Frauenbeauftragte Nadine Fork t-online am Freitag erklärte. Man habe nun eine Umfrage gestartet, um abzusehen, ob Bedarf bestehe.
Rund 100 Frauen hätten sich bereits an der Umfrage beteiligt, die noch bis zum Herbst online geschaltet bleiben soll, so Fork. Die FAZ berichtete über einen Zwischenstand – mit eindeutigem Ergebnis: Über 90 Prozent antworteten demnach auf die Frage: „Würden Sie ein Schwimmbad besuchen, wenn es regelmäßig einen Frauentag ohne Männer gäbe?“, mit „Ja“.
Als Hauptgrund nannten 61 der 71 Frauen demnach, sie fühlten sich unter Frauen wohler. 49 gaben religiöse oder kulturelle Motive an, mehr als 40 nannten körperliche Selbstsicherheit und Privatsphäre als Gründe. Etwa ein Drittel habe nach eigenen Angaben schlechte Erfahrungen mit männlichen Badegästen gemacht.
Fork versicherte auf Nachfrage von t-online, bisher habe es im Taunusbad keine konkreten negativen Vorfälle wie etwa Belästigungen gegeben. Aber: „Das Unwohlsein beim Schwimmbadbesuch existiert in einer breiteren Gesellschaft. Das hat auch etwas mit Blicken zu tun. Frauen werden sehr stark bewertet.“ Der Vorschlag, einen Frauenschwimmtag einzuführen, gelte unabhängig von Nationalität, Alter oder Religion.
In sozialen Netzwerken sammeln sich teils wütende Kommentare zu dem Vorschlag. „Geschlechtertrennung in öffentlichen Bädern? Herzlich willkommen in der Scharia“, heißt es etwa in einem der Meinungsbeiträge auf der Plattform X. Frauenbeauftragte Fork kann damit wenig anfangen. Es gehe darum, „Frauen einen Raum zu geben, in dem sie nicht das Gefühl haben müssen, bewertet zu werden“, sagte sie. Ob die Idee am Ende tatsächlich umgesetzt wird und in welchem Ausmaß, lasse sich derzeit aber nicht absehen.
In den vergangenen Jahren hatten zahlreiche Fälle von sexueller Belästigung und Randale in Schwimmbädern Aufsehen erregt. Eine Auswertung der Deutschen Presse-Agentur für das Jahr 2024 ergab laut Polizeilicher Kriminalstatistik insgesamt 292 Tatverdächtige bei schweren Körperverletzungen und 337 Tatverdächtige bei Sexualdelikten. Während bei schweren Körperverletzungen die deutschen Tatverdächtigen (162) gegenüber Menschen mit ausländischem Pass (130) in der Mehrheit sind, überwiegen bei Sexualdelikten die nicht deutschen Tatverdächtigen (237 zu 130).










