Hinter den Kulissen im Sanitätszelt

Frau verschluckt Piercingteil – Sanitäter erzählen von ungewöhnlichem Einsatz


05.06.2026 – 18:41 UhrLesedauer: 3 Min.

Ausnahmeeinsatz: Rock im Park fordert die Rettungsdienste.

Ausnahmeeinsatz: Rock im Park fordert die Rettungsdienste. (Quelle: Meike Kreil/t-online)

Beim Sanitätsdienst von Rock im Park ist kein Fall wie der andere. Eine Festivalbesucherin muss aus einem eher kuriosen Grund ins Krankenhaus.

Eine Besucherin verschluckt versehentlich ein Teil ihres Piercings. Ein anderer Festivalgast kommt mit Rückenschmerzen zum Sanitätsdienst und muss mit Verdacht auf Herzinfarkt ins Krankenhaus. Die beiden Fälle zeigen, wie unterschiedlich die Einsätze bei Rock im Park sein können.

Es war einer der ersten Einsätze des Tages: Eine Frau kam am Freitag ins Medical Center hinter die Arena, weil sie ein Teil ihrer Piercings verschluckt hatte. Sohrab Taheri-Sohi, Pressesprecher des Sanitätswachdienstes, erklärt, dass dies bislang einer der außergewöhnlicheren Einsätze gewesen sei.

Die vollgepiercte Frau habe ein Verschlussteil eines Piercings in ein Glas gelegt. Später habe sie sich dann ein Getränk in das Glas eingeschenkt und dabei das darin liegende Piercingteil vergessen. Als sie einen Schluck nahm, verschluckte sie dieses. In ihrer Not wandte sie sich daraufhin an die Sanitäter. Im Sanitätszelt untersuchten Ärzte die Frau und kontrollierten etwa die Speiseröhre, wie Taheri-Sohi im Gespräch mit der Nürnberger Lokalredaktion von t-online schildert. Weil sich nicht ausschließen ließ, dass das verschluckte Teil Probleme verursacht, sei die Frau vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht worden.

164 Hilfeleistungen bis Freitagmorgen

Bis Freitagmorgen um 9 Uhr registrierte der Sanitätsdienst insgesamt 164 Hilfeleistungen. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres waren es 195. In 21 Fällen mussten Patienten in Nürnberger Krankenhäuser gebracht werden. Im Vorjahr waren es acht, heißt es in der offiziellen Pressemitteilung am Freitagmittag.

Am Anreisetag behandelten die Einsatzkräfte vor allem leichte Verletzungen. Dazu zählten laut Mitteilung Schürfwunden, kleinere Schnittverletzungen und Fingerquetschungen, etwa beim Tragen von Gepäck oder beim Aufbau der Zelte.

Im Sanitätszelt sind Rettungskräfte auf jedes Szenario vorbereitet. (Quelle: Meike Kreil/t-online)

„Hier im Platz versorgen wir von den Zecken bis hin zur allergischen Reaktion und sind für alle Eventualitäten gerüstet“, sagt Jörg. Der 45-Jährige ist Notfallsanitäter und das Wochenende über im Medical Center im Einsatz.

Dass hinter vermeintlich harmlosen Beschwerden auch etwas Ernsteres stecken kann, zeigte sich laut Sanitätsdienst ebenfalls am Donnerstag. Ein 23-Jähriger suchte wegen plötzlich auftretender Rückenschmerzen die Helfer auf. Bei der Untersuchung ergaben sich laut Sanitätsdienst Hinweise auf einen Herzinfarkt. Der Mann wurde zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Rund 80.000 Menschen sind in diesem Jahr bei Rock im Park dabei. „Das sind alle Altersgruppen vertreten und da muss man halt auf alles vorbereitet sein“, sagt der Sanitäter.

Urlaub eingereicht für den Festivaldienst

Er engagiere sich seit 25 Jahren ehrenamtlich bei Rock im Park, erklärt er im Gespräch mit t-online. Warum er sich den arbeitsintensiven Einsatz hier antut? „Macht halt Spaß. Weil das Publikum einfach super ist“, sagt er. Das Festival sei „schon eine ganz andere Liga“.

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