Überraschung beim Biathlon

Nicht einmal Franziska Preuß kannte sie


Aktualisiert am 11.02.2026 – 22:27 UhrLesedauer: 2 Min.

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Lora Hristova: Mit einer Medaille der Bulgarin haben die meisten Experten vor Olympia nicht gerechnet. (Quelle: IMAGO/IPA Sport/ABACA/imago)

Im Einzel der Damen holten zwei Favoritinnen aus Frankreich Gold und Silber. Bronze ging hingegen an eine Frau, die niemand auf dem Zettel hatte.

Aus Antholz berichtet Benjamin Zurmühl

Gold für Julia Simon, Silber für Lou Jeanmonnot. So weit, so erwartet. Doch Bronze holte sich am Mittwoch im Biathlon-Einzel der Damen bei Olympia nicht etwa Franziska Preuß oder Maren Kirkeeide. Bronze holte sich Lora Hristova aus Bulgarien. Die Nummer 73 im Ranking des aktuellen Gesamtweltcups.

Der norwegische Biathlon-Olympiasieger Tarjei Bø, inzwischen als TV-Experte tätig, musste ihren Namen erst einmal googeln. Hristova wer? Damit war Bø nicht allein. Selbst die deutsche Ausnahmebiathletin Franziska Preuß kannte sie nicht. „Wer ist eigentlich die Bulgarin?“, fragte Preuß nach eigener Aussage ihre Teamkolleginnen nach dem Rennen. „Ich“, antwortete Hristova, die unweit von Preuß stand. „Als sie die Frage stellte, wusste ich, dass ich eine Medaille habe. Vorher kannte ich die Ergebnisse noch nicht“, erklärte Hristova.

Die junge Bulgarin war eine der wenigen Athletinnen gewesen, die am Mittwoch ohne Fehler beim Schießen blieb. Die Deutsche Vanessa Voigt, die ebenfalls alle 20 Scheiben traf, lief knapp hinter Hristova ins Ziel als Vierte ein. Dass sie kaum jemand kannte, hatte die Bronzemedaillengewinnerin erwartet: „Mich überrascht das nicht, weil das ist mein erstes großes Ergebnis. Ich bin glücklich, es geschafft zu haben und Bulgarien stolz gemacht zu haben.“

So überrascht viele Außenstehende auch waren, der Präsident des bulgarischen Biathlonverbands war es nicht. „Vor drei Jahren hat Lora im Sommer-Biathlon der Junioren drei Goldmedaillen gewonnen. Dieser Erfolg war zu erwarten. Wir haben die zwei Jahre hart gearbeitet“, sagte Atanas Furnadshiev auf t-online-Nachfrage nach dem Rennen.

Einen Anteil an Hristovas Erfolg hat dabei auch ein Deutscher. Denn einer der bulgarischen Trainer ist Wolfgang Pichler. „Wir sind seinem Plan gefolgt. Also gilt der Dank auch ihm“, sagte Furnadshiev, der gleichzeitig auch eine Ankündigung machte: „Ich habe daran geglaubt, dass wir eine Medaille gewinnen – mindestens eine. Jetzt sind wir reif für weitere Medaillen.“

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