Millionenprojekt in der Innenstadt

Riesenskulptur entsteht in Frankfurt – doch es gibt Kritik


17.07.2026 – 15:57 UhrLesedauer: 2 Min.

So soll die Skulptur „A Sky Full Of Hope“ über der Konstablerwache aussehen, wenn sie fertig ist (Visualisierung): Aktuell laufen noch die Arbeiten. (Quelle: Janet Echelman)

Mitten auf der Konstablerwache baut Frankfurt ein monumentales Kunstwerk auf. Die Stadt verspricht einen neuen Anziehungspunkt. Nicht alle freuen sich darüber.

Auf der Konstablerwache laufen derzeit die Vorbereitungen für ein ungewöhnliches Kunstprojekt. Das Pflaster ist an mehreren Stellen geöffnet worden, damit vier große Stahlpylonen im Platz verankert werden können. Sie sollen später eine monumentale Netzskulptur über der „Konsti“ tragen.

Das Kunstwerk ist Teil des Programms zur World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026. Nach Angaben der Stadt kostet das Projekt gut zwei Millionen Euro. Die Konstruktion soll bis zu 17,25 Meter hoch werden, am 11. August eröffnet werden und voraussichtlich bis zum Sommer 2029 über der Konstablerwache hängen.

Kunstwerk soll Konstablerwache „in anderes Licht“ tauchen

Die Stadt verbindet mit dem Projekt große Hoffnungen. Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) spricht von einem Kunstwerk, das den Platz „in ein völlig anderes Licht“ tauchen könne. Die Konstablerwache gelte bislang nicht als einer der schönsten Orte der Stadt. Die Installation biete die Chance, den „oft sehr tristen Ort einmal völlig anders“ wahrzunehmen.

So soll die Netzskulptur über der Konstablerwache aussehen, wenn sie fertig ist: Aktuell laufen die Bauarbeiten in der Frankfurter Innenstadt. (Quelle: Atelier Markgraph)

Auch die scheidende Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst (FDP) sieht in der Skulptur einen Impuls für die Innenstadt. Das Kunstwerk solle die Konstablerwache zu einem Ort machen, „der Menschen zum Verweilen, Staunen und Begegnen einlädt“. Nach Ansicht der Stadt könnten davon auch Handel, Gastronomie, Tourismus und Stadtmarketing profitieren.

Kritik an der Mega-Skulptur

Doch das Vorhaben stößt auch auf Kritik. Michael Müller, Fraktionschef der Linken im Römer, betont zwar: „Grundsätzlich ist Kunst im öffentlichen Raum etwas Wunderbares.“ Bei einem temporären Kunstwerk für mehr als zwei Millionen Euro stelle sich aber „die Frage nach dem Sinn“.

Blick auf die Konstablerwache (Archivbild): Aktuell ist der Platz eher von grauer Nachkriegsarchitektur geprägt. (Quelle: IMAGO/imago)

Müller verweist auf die schwierige Lage vieler Kulturschaffender. Künstlerinnen und Künstler kämen kaum über die Runden, es fehle an bezahlbaren Räumen und ausreichender Förderung. „Dass nun zwei Millionen Euro für ein Prestige-Projekt ausgegeben werden, hilft niemandem“, sagt er.

Nach Ansicht der Linken hätte das Geld besser in eine dauerhafte Aufwertung der Konstablerwache fließen sollen. Der Platz habe seit Jahren Sanierungsbedarf. Müller kritisiert, dass nun das Pflaster geöffnet werde, ohne den Platz zugleich grundlegend zu erneuern. Viele könnten zunächst denken: „Endlich wird hier entsiegelt, endlich wird der Sanierungsstau behoben.“ Tatsächlich diene der Eingriff jedoch vor allem der Verankerung der Skulptur.

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