Wahlkampf in Sachsen-Anhalt

Ein Foto, das für die CDU zur Unzeit kommt


13.06.2026 – 14:06 UhrLesedauer: 5 Min.

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Ministerpräsident Sven Schulze: Wie hält es die CDU mit der AfD? (Quelle: IMAGO/dts Nachrichtenagentur/imago)

Die CDU Schulter an Schulter mit der AfD? Ein Foto löst vor der Wahl in Sachsen-Anhalt im Herbst Kritik aus. Für den Ministerpräsidenten und seine Partei ist das unangenehm.

CDU-Ministerpräsident Sven Schulze ist kaum angekommen, da hat er schon das erste Mikrofon im Gesicht. Was nur, lautet die Frage an diesem Tag, hat es mit diesem Foto auf sich?

Das Foto zeigt seinen CDU-Landesfraktionschef Guido Heuer, wie er auf einer Mittelstandsveranstaltung in Halberstadt diese Woche neben AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund sitzt. Beide lachen ausgelassen, Heuer rückt in dem abgebildeten Moment offensichtlich näher an Siegmund heran, er hat die Hand auf dessen Schulter gelegt und spricht ins Mikrofon, das beide gemeinsam halten.

Es ist ein unglückliches Foto für die CDU zu einem unglücklichen Zeitpunkt. Und es bringt an diesem Samstag auf dem CDU-Landesparteitag in Dessau-Roßlau nicht nur Heuer, sondern auch Sven Schulze in Erklärungsnot, den Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im Herbst.

Die CDU will hier eigentlich über Inhalte sprechen und ihr Wahlprogramm beschließen. Doch nun belebt das Foto eine für die CDU unangenehme Frage wieder: Wie hält sie es mit der AfD?

Heuer: „Moment der Konfrontation“

Als das Kamerateam der „Welt“ Sven Schulze am Morgen die Frage stellt, sieht der nicht begeistert aus. „Es gilt das, was wir zur AfD und Linkspartei gesagt haben, was ich sage“, sagt Schulze knapp. Er habe mit dem Fraktionsvorsitzenden gesprochen. „Er hat mir das auch erklärt, wie das passiert ist.“ Man solle das Foto „nicht überbewerten“ oder „irgendwas interpretieren“.

Später wird Sven Schulze am Rand des Parteitags noch sagen, Guido Heuer habe im Moment des Fotos gerade nach dem Mikrofon gegriffen. Ein unglücklicher Zufall also, so stellt es Schulze dar. Und so stellt es auch Guido Heuer selbst dar, als er das Foto später einem Journalisten nach dem anderen erklären muss.

Es habe auf dem Podium für sieben Leute nur zwei Mikrofone gegeben, sagt Heuer. Er habe Siegmund widersprechen wollen, weil der die Unwahrheit gesagt habe. „Das war kein Moment der Verbrüderung, sondern der Konfrontation.“

Guido Heuer: „Das war kein Moment der Verbrüderung, sondern der Konfrontation.“ (Quelle: Hendrik Schmidt/dpa/dpa-bilder)

Die „Ostdeutsche Allgemeine Zeitung“, die das Foto veröffentlicht hat, schreibt, Heuer habe auf der Veranstaltung eine Koalition mit der AfD oder Linken strikt ausgeschlossen. Das ist auch die Linie von Sven Schulze. In seiner Regierung werde es „keine Ministerin der Linkspartei und keinen Minister der AfD geben“, sagte er zuletzt bei „Pinar Atalay“ in ntv.

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