Die britische Untersuchung legt nahe, dass nicht jede dieser Varianten das Demenzrisiko gleichermaßen beeinflusst. Wer in der Lebensmitte vor allem unter Selbstzweifeln, Konzentrationsproblemen oder sozialem Rückzug leidet, könnte besonders gefährdet sein.

Die Forscher berücksichtigten in ihren Berechnungen zahlreiche bekannte Demenzrisiken. Dazu zählten Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht und Lebensstilfaktoren. Auch das sogenannte APOEε4-Gen floss in die Analyse ein. Dieses Gen erhöht bekanntermaßen das Alzheimer-Risiko.

Trotz dieser Anpassungen blieben die sechs Symptome signifikant mit einem höheren Demenzrisiko verbunden. Die Ergebnisse sprechen den Studienautoren zufolge daher dafür, dass bestimmte depressive Beschwerden in der Lebensmitte frühe Anzeichen von Veränderungen im Gehirn sein könnten. Solche Veränderungen – etwa Ablagerungen des Eiweißstoffs Amyloid – beginnen bei Alzheimer oft Jahrzehnte vor der Diagnose.

Allerdings beweist die Studie keinen direkten Ursache-Wirkungs-Zusammenhang. Sie zeigt nur eine statistische Verbindung. Weitere Untersuchungen sollen klären, welche biologischen oder verhaltensbezogenen Mechanismen hinter dem Zusammenhang stecken.

Auch die Deutsche Alzheimer Gesellschaft hat Depressionen als eigenständigen Risikofaktor für eine spätere Demenz anerkannt. Sie rät dazu, bei häufiger oder über Wochen anhaltender depressiver Verstimmung mit dem Hausarzt zu sprechen. Denn eine Depression ist behandelbar.

Auch soziale Isolation gilt als Risikofaktor einer Demenz. Die Fachgesellschaft rät daher, sozial aktiv zu bleiben, sei es im Verein, bei Treffen mit Freunden oder über das gemeinsame Interesse an kulturellen Angeboten. Werden die Risikofaktoren für Demenz durch einen gesunden Lebensstil verringert, kann man sein individuelles Risiko um etwa 40 Prozent senken.

Share.
Exit mobile version