Haushaltskrise

„Dann ist der Ofen aus“ – Kölner Veedelszüge in Gefahr?


08.12.2025 – 05:46 UhrLesedauer: 1 Min.

Fußgruppen am Rosenmontag: Vielen kleinen Veedelszügen im Bezirk Rodenkirchen fehlt es an Geld. (Quelle: Ying Tang/imago-images-bilder)

Sieben Veedelszüge im Bezirk Rodenkirchen bangen um ihre Fördergelder. Ohne Zuschüsse droht manchem Traditionsumzug das Aus.

„Ohne Fördergelder ist bei uns der Ofen aus“, sagt Michael Siegenbruck vom Zollstocker Dienstagszug dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Am heutigen Montag entscheidet die Bezirksvertretung Rodenkirchen über 10.000 Euro Fördermittel für sieben Veedelszüge im Kölner Süden – in Zollstock, Godorf, Meschenich, Rodenkirchen, Rondorf, Sürth und Weiß. Die Haushaltskrise der Stadt hat auch den Karneval in den Veedeln erreicht.

Die gestiegenen Sicherheitsauflagen machen den Organisatoren zu schaffen. Allein beim Zollstocker Dienstagszug haben sich die Kosten dafür laut dem Bericht im Vergleich zum Vorjahr auf 4.000 Euro verdoppelt. Der bisherige Zuschuss von rund 2.000 Euro sei „eigentlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, so Siegenbruck.

Auch in Sürth ist die Lage demnach angespannt. Zugleiter Michael Habermann berichtet von Zugkosten von etwa 6.000 Euro bei zuletzt nur 1.000 Euro Förderung. Einen professionellen Sicherheitsdienst könne sich der Verein nicht leisten. „Mit Hilfe der Polizei haben wir das bisher gut hinbekommen. Das geht solange gut, bis etwas passiert.“

Die Stadt erkennt die Notwendigkeit der Förderung an. In der Beschlussvorlage heißt es, die Veedelszüge hätten eine „identitätsstiftende Wirkung für die Karnevalskultur“ – ihre Geschichte reiche bis ins Mittelalter zurück. Die Bezuschussung sei „aufgrund von Kostensteigerungen, insbesondere im Zusammenhang mit den Sicherheitsauflagen, notwendig“.

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