Vereinigung Cockpit warnt
Gefährlicher Spaß: Piloten miauen auf Notfrequenz
01.05.2026 – 10:50 UhrLesedauer: 3 Min.

Im Notfall muss ein Pilot auf der Frequenz 121,5 MHz überall auf der Welt kommunizieren können. Doch die Frequenz wird häufig für dumme Späße missbraucht. Die Pilotenvereinigung warnt vor der Gefahr.
Ein Beitrag des US-Fernsehsenders CNN beleuchtete in der vergangenen Woche ein sensibles Problem in der Luftfahrt. In dem Beitrag hört man im Funk eines Verkehrsflugzeugs ein deutliches Miauen auf einer Notfrequenz. Dann schaltet sich der Fluglotse ein und mahnt Funkdisziplin an: „Ihr Jungs solltet Euch wie professionelle Piloten verhalten.“
Was ist da los und miauen Piloten auch in Deutschland auf der Notfrequenz? Heike Wagner, Kommunikationschefin der Vereinigung Cockpit, lässt die Katze aus dem Sack. „Das CNN-Video stellt die Situation und die damit verbundene Gefahr korrekt dar“, sagte sie t-online. „Auch in Europa gehören diese Störungen zum Alltag. Neben Scherzen wie Miauen, Bellen, ‚Manamana‘ singen und Ähnlichem sind auch Gespräche über Fußballergebnisse“ zu hören. Sie seien „äußerst störend“.
Woher kommt die Idee, auf einer Notfrequenz zu miauen? Tatsächlich gibt es unter Piloten wohl eine Art Dauerscherz. Er geht zurück auf eine Szene im „Super Troopers“, heißt es bei CNN. In der Szene bezichtigen sich ein Autofahrer und ein Highway-Polizist gegenseitig, zu miauen.
Was die Notfrequenz 121,5 MHz für solche Scherze so einladend macht: Der Sprecher kann nicht so leicht identifiziert werden. Es gibt keine ID, die sich zu ihm zurückverfolgen lässt. Lebensgefährlich kann es dann werden, wenn das Gequassel auf der Frequenz andere Piloten nervt. „Die Folge ist, dass viele Kolleginnen und Kollegen die Lautstärke reduzieren oder den Empfang ganz abschalten. Kommt es dann tatsächlich zu einem Funkverlust auf dem Primärradio, ist dieses Flugzeug über die Notfrequenz nicht mehr erreichbar“, erklärt Wagner.
An dieser Stelle geht die Problemkette erst richtig los, denn jetzt kommt im Zweifel das Militär ins Spiel. Wagner: „Wenn die Piloten nicht bemerken, dass sie bereits längere Zeit keinen Funkkontakt mehr hatten, werden im Zweifel Kampfjets alarmiert. Das ist extrem kostspielig und insbesondere in Deutschland ein regelmäßig auftretendes Problem.“
Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung versucht, dem teils kindischen Verhalten mit abschreckenden Geldstrafen zu begegnen. Bis zu 50.000 Euro Strafe sind drin. Aber es geht sogar noch weiter. Im härtesten Fall kann der Missbrauch der internationalen Flugnotfrequenz (121,5 MHz) strafrechtlich verfolgt und mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren (§ 145 StGB) geahndet werden. Die Fluglizenz steht selbstredend auch auf dem Spiel.










