Pendeln auf Nahrungssuche
Experten warnen vor Vogelschlaggefahr an Flughäfen
13.06.2026 – 10:38 UhrLesedauer: 2 Min.
Viele Vogelarten pendeln derzeit auf Nahrungssuche zwischen Nest und Wiesen oder Gewässern. Auch die Mahd lockt Vögel an, was auf Flughäfen zu einem Problem werden kann.
Für Hobbyflieger und professionelle Piloten steigt in den kommenden Tagen an vielen deutschen Flughäfen das Risiko von Vogelschlägen. Darauf weist der Deutsche Ausschuss zur Verhütung von Vogelschlägen im Luftverkehr (DAVVL) in seiner aktuellen Risiko-Prognose für Anfang bis Mitte Juni hin.
Zwar seien die Beobachtungen bei den meisten Vogelarten derzeit weitgehend stabil, dennoch nehme das Vogelschlagrisiko saisonbedingt zu. Verantwortlich dafür sind nach Angaben der Experten vor allem kleinere und vergleichsweise leichte Arten wie Schwalben, Mauersegler und Lerchen. Die Gefahr schwerer Schäden an Flugzeugen sei dadurch zwar meist gering, Kollisionen kämen jedoch häufiger vor.
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Jungtiere haben Nest verlassen
Ein wichtiger Faktor sind derzeit die Brutzeit und die damit verbundenen Flugbewegungen rund um die Flughäfen. Viele Vögel pendeln regelmäßig zwischen Nahrungs-, Rast- und Brutgebieten. Besonders tagsüber seien Flugbewegungen von Gänsen, Schwänen, Krähen, Möwen und Kranichen in Höhen von bis zu rund 150 Metern zu beobachten. Nachts rechnen die Experten dagegen nur mit vereinzelten Aktivitäten.
Ein erhöhtes Risiko geht außerdem von Jungvögeln aus. Bei früh brütenden Arten wie Reihern, Staren, Krähen und Tauben haben viele Jungtiere inzwischen das Nest verlassen. Aufgrund ihrer noch geringen Flugerfahrung gelten sie als besonders kollisionsgefährdet.
Auch größere Vogelarten bleiben ein Risikofaktor. Nicht brütende Kraniche, Gänse und andere Großvögel unternehmen derzeit weiträumige Streifzüge und können dabei in die Nähe von Flughäfen gelangen, heißt es.
Große Vögel nutzen Aufwinde von Landebahnen
Zusätzliche Aufmerksamkeit erfordern laut DAVVL die derzeit an vielen Flughäfen beginnenden Mäharbeiten auf den Grünflächen. Frisch gemähte Flächen locken zahlreiche Vögel auf Nahrungssuche an, darunter Weißstörche, Reiher, Greifvögel, Stare, Krähen und Möwen.
Insbesondere Weißstörche sowie Grau- und Silberreiher würden während der Mahd häufig auf den Flugbetriebsflächen beobachtet, wo sie jetzt besonders Frösche, kleine Nager oder Reptilien finden. Sie ließen sich oft nur schwer vertreiben. Bei warmem Wetter nutzen diese Vögel zudem thermische Aufwinde im Umfeld von Start- und Landebahnen, um an Höhe zu gewinnen, was das Vogelschlagrisiko zusätzlich erhöhen kann.
