Streit ums Tempelhofer Feld
Minigolffläche wegen Unterkünften für Geflüchtete gekündigt
13.02.2026 – 16:34 UhrLesedauer: 3 Min.
Minigolfer auf dem Tempelhofer Feld müssen sich einen neuen Platz suchen. Grund sind Bauarbeiten – doch die Grünen sehen ein viel größeres Problem.
Einer Minigolfanlage samt Kunstprojekt auf dem Tempelhofer Feld droht das Aus: Der „Nuture Art Minigolfanlage“ wurde die Fläche gekündigt. Das bestätigten sowohl die Betreiber als auch die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) der Regionalredaktion von t-online in Berlin.
Grund dafür sei der geplante Ausbau der Geflüchtetenunterkünfte auf dem Feld. Nach Angaben der BIM beschloss der Senat im September 2025 die Errichtung einer zusätzlichen Wohnanlage für Geflüchtete auf diesem Platz. Dafür finden derzeit bereits Vermessungen statt.
Doch die Betreiber sind von der schnellen Umsetzung der Kündigung überrascht. Christoph Ernst, Mitbegründer und Projektleiter von Nuture Art, sagte: „Plötzlich musste alles schneller gehen, die Baumaßnahmen sollen im Juni beginnen, aufgrund derer wir weichen müssen“.
Eigentlich sollte der Umzug erst Ende Oktober beginnen, auch um ausreichend Zeit zu haben, mit einem Landschaftsarchitekten eine geeignete Ersatzfläche zu finden. Die BIM begründet die rasche Flächenkündigung so: „Die Kündigung der Fläche musste aufgrund politischer Entscheidungen zügiger erfolgen als bislang geplant.“ Welche Entscheidungen damit gemeint sind, blieb unklar.
Die von der BIM vorgeschlagene Ersatzfläche für die Anlage war laut Ernst bereits im Mai 2024 ausgesucht worden, und die Betreiber hatten ihr zugestimmt. Die BIM habe eine Landschaftsarchitektin im September 2025 beauftragt. Sie legte mehrere Entwürfe und Pläne zur Gestaltung dieser Fläche vor.
Laut Ernst waren die Verantwortlichen nicht in der Lage, „einen praktikablen Plan für die Herrichtung des Untergrundes zu erstellen“. Auch die Genehmigungsfragen seien für diese Fläche bis heute nicht geklärt worden. Laut BIM wurde dann Ende Dezember eine weitere Ausweichfläche vorgeschlagen. Diese Fläche befinde sich näher am alten Standort und könne effizienter ausgebaut werden. Sie ist nach Angaben von Ernst jedoch eine Enklave, die sich nicht mehr direkt auf dem Feld befindet.
Am vergangenen Montag trafen sich die Parteien erneut zur Verhandlung über den Umzug und eine Ersatzfläche der Minigolfanlage. „Wir haben ihnen einen Plan vorgelegt, der mit einem innovativen Konzept die Attraktivität erhöhen soll. Auch wenn dies mit zusätzlichem Aufwand und Kosten verbunden ist“, sagte Christoph Ernst. Nuture Art wolle das nicht hinauszögern, Mitte März soll der Umzug beginnen, damit sie noch rechtzeitig alles vorbereiten können.
