Was dahintersteckt
Verbandschef wechselt auf einmal die Nationalität
23.04.2026 – 11:06 UhrLesedauer: 2 Min.
Seit fünf Jahren ist Johan Eliasch Chef des Skiweltverbands Fis. Und er möchte es auch bleiben. Um das zu schaffen, räumt er eine Hürde aus dem Weg.
Johan Eliasch ist Schwede, Brite – und neuerdings auch Georgier. Der Präsident des Skiweltverbands Fis zieht im Kampf um seine Wiederwahl alle Register. Am 11. Juni wird in Belgrad der Präsident oder die Präsidenten für die kommenden vier Jahre gewählt. Schweden und Großbritannien hatten zuvor erklärt, den umstrittenen Eliasch nicht nominieren zu wollen.
Der 64-Jährige wollte sich davon aber nicht aufhalten lassen. Zunächst hieß es, Eliasch würde sich den armenischen Pass besorgen. Die Statuten der Fis schreiben vor, dass Wahlkandidaten „einen gültigen Reisepass der Staatsangehörigkeit ihres nominierenden Mitgliedsverbandes“ besitzen müssen. Jetzt bekam aber Georgien den Zuschlag. Der georgische Verband machte keine Angaben zu den Hintergründen.
Die Fis will ihren Mitgliedsverbänden am 20. Mai nach Prüfung durch ein internationales Gremium eine Liste der wählbaren Kandidaten zukommen lassen, ehe wenige Wochen danach dann die tatsächliche Wahl stattfindet. Neben Eliasch streben auch Alexander Ospelt (Liechtenstein), Anna Harboe Falkenberg (Dänemark), Dexter Paine (USA) und Victoria Gosling (Großbritannien) in das Amt.
Eliasch ist umstritten, weil er Entscheidungen gerne auch ohne breite Abstimmung trifft und sehr dominant auftritt. Er selbst war lange Geschäftsführer des Sportartikelherstellers Head, weshalb ihm immer noch enge Kontakte in die Sportindustrie nachgesagt werden. Manchen Kritikern ist das ein Dorn im Auge. Zudem führt er eine harte Linie bei Reformen, etwa im Weltcup-Kalender oder bei Vermarktungsrechten. Bei einigen Athleten und Verbänden hat das Widerstand ausgelöst.
Präsident der Fis ist Eliasch seit 2021, trat damals die Nachfolge des langjährigen Präsidenten Gian-Franco Kasper an. Seine Wiederwahl 2022 war umstritten. Bei der Wahl bestand nur die Möglichkeit, für Eliasch zu stimmen oder sich zu enthalten – ein „Nein“ war nicht möglich. Der Deutsche Skiverband (DSV) nannte dies eine Farce.











