Neue Prognose zur Häufigkeit
Die Fettleber droht zur globalen Volkskrankheit zu werden
15.04.2026 – 13:37 UhrLesedauer: 3 Min.
Die Fettleber zählt zu den häufigsten Leberkrankheiten weltweit. Neue Daten zeigen das enorme Ausmaß und einen besorgniserregenden Trend.
Wer sich über längere Zeit ungesund ernährt und zu wenig bewegt, riskiert nicht nur Übergewicht und Typ-2-Diabetes, sondern gefährdet auch seine Leber. Denn der Körper muss immer mehr überschüssige Energie in Form von Fett speichern. Irgendwann wird dieses nicht mehr nur im Unterhautfettgewebe einlagert, sondern auch in der Leber – das Organ verfettet.
Die Fettleber ist in vielen westlichen Ländern die häufigste Lebererkrankung: Von der nicht durch Alkohol verursachten Form sind etwa 30 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in den Industrienationen betroffen. Doch auch in vielen Schwellen- und Entwicklungsländern nimmt die Krankheit inzwischen deutlich zu. Mit steigendem Wohlstand, veränderten Ernährungsgewohnheiten und mehr Übergewicht breitet sie sich weltweit aus. Fachleute sprechen bereits von „pandemischen Ausmaßen“. Und laut einer aktuellen Studie könnte sich das Problem weiter verschärfen: Bis zum Jahr 2050 könnten rund 1,8 Milliarden Menschen weltweit mit einer Fettleber leben.
Die Prognose basiert auf Daten der Global Burden of Disease Study 2023, einem internationalen Forschungsprojekt, das Krankheiten weltweit vergleicht. Weil die Fettleber in vielen Ländern nicht systematisch erfasst wird, gibt es keine vollständigen offiziellen Zahlen. Viele Menschen wissen zudem gar nicht, dass sie erkrankt sind, denn eine Fettleber verursacht zunächst keine spürbaren Beschwerden.
Die Forscher sammelten deshalb Daten aus Studien, Gesundheitsbefragungen, Krankenhausstatistiken und anderen Quellen aus insgesamt 204 Ländern und Territorien. Mithilfe statistischer Modelle berechneten sie daraus, wie verbreitet die Erkrankung wahrscheinlich in den einzelnen Regionen ist.
Davon ausgehend schätzten sie, dass im Jahr 2023 rund 1,3 Milliarden Menschen weltweit mit einer Fettleber leben. Mit weiteren Modellen konnten sie anschließend berechnen, wie sich die Häufigkeit in Zukunft entwickeln könnte. Dabei berücksichtigte das Team unter anderem das Wachstum der Weltbevölkerung und die steigenden Zahlen von Menschen mit Risikofaktoren für eine Fettleber, insbesondere Übergewicht und erhöhtem Blutzucker.
So gelangten sie zu dem Ergebnis, dass die Zahl der Betroffenen bis zum Jahr 2050 auf rund 1,8 Milliarden Menschen steigen könnte. Das entspräche einem Zuwachs von etwa 42 Prozent gegenüber heute.
Eine wichtige Rolle spielt das Wachstum der Weltbevölkerung: Besonders stark dürfte die Zahl der an Fettleber Erkrankten in Regionen zunehmen, in denen die Bevölkerung derzeit schnell wächst, etwa in Subsahara-Afrika sowie in Nordafrika und dem Nahen Osten.
Zugleich tragen jedoch auch Übergewicht und erhöhte Blutzuckerwerte, die weltweit häufiger werden, dazu bei, dass mehr Menschen eine Fettleber entwickeln.
