Ausflugstipp in den Odenwald
Ein Hang aus Felsen – und Spuren aus der Römerzeit
02.04.2026 – 18:06 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Hang voller Felsen, römische Spuren und weite Ausblicke: Das Felsenmeer im Odenwald bietet einen besonderen Ausflug in Natur und Geschichte.
Wer von Frankfurt in den nahegelgenen Odenwald fährt, rechnet mit Wald – und steht an diesem Ort plötzlich vor einem Hang aus Felsblöcken. In Lautertal-Reichenbach zieht sich das Felsenmeer wie eine steinerne Welle den Berg hinab. Die Szenerie wirkt rau und fast unwirklich und liegt nur rund eine Stunde vom Rhein-Main-Gebiet entfernt.
Seine Entstehung reicht etwa 340 Millionen Jahre zurück: Bei der Kollision von Kontinentalplatten bildete sich tief im Erdinneren Quarzdiorit. Durch Erosion wurde das Gestein freigelegt und zerfiel im Laufe der Zeit in große, rundliche Blöcke – ein Prozess, der als Wollsackverwitterung bezeichnet wird.
Zwischen Moos und Geröll liegen Relikte antiker Nutzung. Vom 2. bis 4. Jahrhundert bauten Römer hier Gestein ab und bearbeiteten es vor Ort weiter. Rund 300 Werkstücke sind bis heute erhalten, darunter die „Riesensäule“ und ein sogenannter Altarstein.
Auch Sagen gehören zum Ort: Einer Überlieferung zufolge lieferten sich zwei Riesen einen Streit und schleuderten Felsen gegeneinander – ein Bild, das sich beim Anblick der Blöcke leicht nachvollziehen lässt.
Das Gebiet rund um das Felsenmeer lässt sich auf unterschiedlichen Routen erkunden. Ein beliebter Rundweg führt über etwa neun Kilometer durch den Mischwald, hinauf zum Felsberg und weiter zum Ohlyturm.
Viele Besucher bleiben im Kernbereich und bewegen sich direkt über die Felsen. Alternativ bietet sich der Einstieg am Wanderparkplatz „Römersteine“ an, der etwas abseits liegt und an historischen Fundstellen vorbeiführt.
Von höheren Punkten öffnen sich bei klarem Wetter weite Blicke über die Region – laut Tourismusangaben und Besucherberichten reicht die Sicht teilweise bis in die Rhein-Main-Ebene.
Das Gelände fordert Bewegung: Über die Felsen zu steigen gehört für viele zum Erlebnis dazu. Für Kinder wird der Ausflug schnell zur Klettertour, allerdings mit Vorsicht – bei Nässe werden die Steine rutschig.
Für Pausen gibt es mehrere Optionen: einen Kiosk direkt im Felsenmeer, die „Koboldklause“ am Informationszentrum sowie Gasthäuser in Reichenbach. In der Umgebung liegen zudem Ziele wie das Restaurant „Kuralpe Kreuzhof“ oder „Ada’s Buka“ mit Blick in den Odenwald.










