Karneval im Kwartier Latäng

Anwohner: Die Ersten konnten um 10 Uhr nicht mehr laufen


12.02.2026 – 16:54 UhrLesedauer: 2 Min.

Klaus Adrian von der Bürgergemeinschaft Rathenauplatz: Er kritisiert das Konzept der Stadt für das Veedel.

Klaus Adrian von der Bürgergemeinschaft Rathenauplatz: Er kritisiert das Konzept der Stadt für das Veedel. (Quelle: Philip Buchen)

An den Karnevalstagen wird die Zülpicher Straße im Kwartier Latäng zur Partymeile. Anwohner kritisieren das seit Jahren – und schildern ihre Eindrücke.

Klaus Adrian von der Bürgergemeinschaft Rathenauplatz beobachtet die Party-Exzesse im Kwartier Latäng seit Jahren mit Sorge. Seine Gruppe von Anwohnern kritisiert das Sicherheitskonzept in dem vor allem bei jungen Feiernden beliebten Veedel regelmäßig.

Am Donnerstagnachmittag sagt er bei einem Rundgang mit der Kölner Lokalredaktion von t-online: „Der große Ansturm ist bislang völlig ausgeblieben. In den letzten Jahren war es um diese Uhrzeit gerne fast doppelt so voll.“ Er vermutet die schlechte Wetterlage und das weiterhin fehlende Bühnenprogramm als Gründe für den Ansturm.

Adrian, der seit rund 50 Jahren im Veedel wohnt, glaubt aber auch, dass es am späten Abend im Kwartier Latäng noch zur Sache gehen könnte. „Immer wieder hören wir von der Stadt am frühen Nachmittag erste Bilanzen, dass doch alles nicht so schlimm gewesen sei, und dann eskaliert das hier doch noch.“

Mancher junger Jeck habe es aber auch an diesem Donnerstag übertrieben, so Adrian, der die Feiermeile öfter abgeht und mit anderen Anwohnern Kontakt hält. „Ich hab’ um 10 Uhr einige wahrscheinlich Minderjährige gesehen, die schon nicht mehr laufen konnten, weil sie so viel getrunken hatten.“

Das in diesem Jahr eher geringe Interesse der jungen Jecken am Kwartier Latäng bestätigt auch ein Bierverkäufer, der sich in einem Hauseingang einen Stand errichtet hat. Wie er sagt, mit behördlicher Erlaubnis. „Die Geschäfte laufen schlecht, es sind viel weniger Leute hier als in den letzten Jahren. Vielleicht wird es am Abend noch besser“, sagt er.

Auch er hält das schlechte Wetter für einen der Gründe, warum es an diesem Donnerstag auf der Zülpicher Straße so verhältnismäßig ruhig zugeht. Er sagt aber auch: „Viele junge Leute haben kaum noch Geld zum Feiern. Die bleiben dann entweder ganz Zuhause, oder bringen sich von dort was mit.“

Share.
Exit mobile version