Was zum individuellen Torhüterspiel von Neuer gehört, mit dem er im modernen Fußball neue Maßstäbe gesetzt hat, ist seine Rolle als Libero. Dazu gehören immer wieder explosive Sprints bis weit vor seinem Strafraum und teilweise sogar Läufe bis an die Mittellinie.
Die sind bisweilen äußerst riskant – und zwar nicht nur aus sportlicher, sondern eben auch aus medizinischer Sicht. „Kurze Episoden mit maximaler Höchstleistung, egal ob das ein intensiver Sprint oder eine andere extreme Kraftanstrengung ist“, sagt Siebenlist, „das sind unter Umständen die Situationen, in denen eine große Verletzungsgefahr bestehen kann. Das ist völlig klar.“ Aber auch das könne nicht allein aus Alterssicht betrachtet werden, so Siebenlist. Stattdessen komme es zum Beispiel vielmehr auf die Trainingsverfassung oder den Aufwärmzustand der Muskulatur an.
An beidem arbeitet Neuer nun intensiv in seiner Reha. Wie lange tut er sich solche Strapazen noch an? Nach seiner Rückkehr gilt es jedenfalls, eine Entscheidung über seine Zukunft beim FC Bayern zu treffen. Und konkret, ob er seinen im Sommer auslaufenden Vertrag bei den Münchnern noch einmal um ein weiteres Jahr verlängern wird. Beide Seiten haben sich darauf verständigt, erst nach Neuers 40. Geburtstag konkreter über das Thema zu sprechen.
Sportvorstand Max Eberl zuletzt bei Sport1 zur Causa Neuer: „Er ist mit bald 40 Jahren immer noch ein Top-Torhüter in Europa. Aber natürlich muss es so weitergehen.“ Neuer müsse auf Top-Niveau leistungsfähig sein – so wie er es aktuell sei, so Eberl. „Es geht darum, wie Manuel sich fühlt, ob er will und ob er sich in der Lage sieht, seine Leistungen noch ein weiteres Jahr lang zu zeigen.“
Zumindest aus medizinischer Sicht spricht da auch mit dann 40 Jahren nichts dagegen.
