Magische Münchner Nacht
„So etwas haben wir auch noch nicht erlebt“
16.04.2026 – 09:13 UhrLesedauer: 4 Min.

Der FC Bayern hat Real Madrid in einem dramatischen Champions-League-Thriller mit 4:3 bezwungen. Eine Münchner Nacht für die Ewigkeit.
Aus München berichtet Julian Buhl
Nach Michael Olises Siegtreffer zum 4:3-Endstand gab es beim FC Bayern kein Halten mehr. Nachdem der Schiedsrichter das packende Viertelfinalrückspiel der Champions League gegen Real Madrid quasi im selben Moment abgepfiffen hatte, stürmten sämtliche Spieler, die schon auf dem Feld oder vor der Ersatzbank standen, auf den Torschützen zu. Auch Cheftrainer Vincent Kompany lief zur Jubeltraube seiner Mannschaft.
Er beglückwünschte und umarmte jeden einzelnen seiner Spieler, bevor er dann etwa auf Höhe der Mittellinie dabei zuschaute, wie sein Team sich vor der Südkurve feiern ließ. „Super-Bayern, Super-Bayern“, riefen die Fans ihren Helden immer wieder zu, bevor sich die Profis auf die Ehrenrunde durch die noch immer nahezu komplett gefüllte Münchner Arena verabschiedeten. Dieses Spektakel, das sich die Bayern mit Real geliefert haben, hat Fans, neutrale Beobachter, Experten sowie die Spieler selbst gleichermaßen in seinen Bann gezogen.
In den Katakomben im Bauch der Arena wurde schnell von einem Jahrhundertspiel gesprochen. Damit haben die Bayern in jedem Fall ein weiteres Stück Fußballgeschichte geschrieben, von dem in den kommenden Jahren noch häufig die Rede sein dürfte. Nach dem historischen 2:1-Erfolg vergangene Woche im Bernabéu-Stadion, wo Bayern erstmals seit 25 Jahren gewann, hat sich der deutsche Rekordmeister nun erstmals seit 2012 in der K.-o.-Runde der Königsklasse gegen die Königlichen durchgesetzt. Und steht damit im Halbfinale der Champions League, wo jetzt Titelverteidiger Paris Saint-Germain wartet.
Bayern-Präsident Herbert Hainer fasste die Geschehnisse folgendermaßen zusammen: „Es war hochdramatisch. Spannender geht’s nicht. Nichts für schwache Nerven.“ Das galt auch für die Vereinsgranden um Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge und Co. auf der Ehrentribüne, wie Hainer verriet.
„Wir alle waren natürlich ein bisschen angespannt. Das gehört auch dazu, wenn man so leidenschaftlich dabei ist“, sagte Hainer und verwies darauf, dass „das natürlich auch ein Spiel ist, wo Millionen zuschauen. Ich glaube, heute haben eine Milliarde Zuschauer zugeguckt.“ Hainer weiter: „Und für uns ist es natürlich unheimlich wichtig, dass wir in Europa auch wieder weiterkommen als das Viertelfinale.“ Das ist den Bayern in einem wahren Fußballdrama gegen Real gelungen.
Gleich dreimal waren die Bayern dabei in Rückstand geraten. Zum ersten Mal schon nach 35 Sekunden, nachdem sich mit Kapitän Manuel Neuer, ausgerechnet der große Torwartheld des Hinspiels, sich einen folgenschweren Abspielfehler direkt in die Füße von Torschütze Arda Güler erlaubt hatte. Güler überwand Neuer kurz danach erneut per direktem Freistoß (29.). Aleksandar Pavlović (6.) und Harry Kane (38.) antworteten jeweils schnell mit ihren Toren für die Bayern. Nach Kylian Mbappés Treffer (42.) gingen die Münchner dennoch mit einem 2:3-Rückstand in die Pause, der bis eine Minute vor Ende der regulären Spielzeit anhielt.










