Minuten nach dem Gold-Triumph
Der Schlusssprint, mit dem keiner gerechnet hatte
20.02.2026 – 16:27 UhrLesedauer: 2 Min.

Johannes Dale-Skjevdal hatte längst Gold, als es beim Massenstart in Antholz noch einen Dreikampf gab. Den Fans gefiel es.
Aus Antholz berichtet Benjamin Zurmühl
Johannes Dale-Skjevdal kamen die Tränen. Der Norweger hatte gerade Gold im Biathlon-Massenstart in Antholz gewonnen. Nur ein Fehler am Schießstand und eine herausragende Laufleistung führten zur ersten Goldmedaille für Dale-Skjevdal bei den Olympischen Spielen. Landsmann Sturla Holm Lægreid folgte auf Rang zwei, Quentin Fillon Maillet holte Bronze, nachdem er den Deutschen Philipp Horn auf der Schlussrunde noch überholt hatte. Das Duell Fillon Maillet gegen Horn war aber nicht das einzige, das bei den mehr als 17.000 Zuschauern in Antholz Begeisterung auslöste.
Denn knapp sechs Minuten nachdem die Medaillen bereits vergeben waren, kam es zu einer besonderen Szene. Der Franzose Fabien Claude, der US-Amerikaner Campbell Wright und der Italiener Nicola Romanin, die alle weit abgeschlagen auf der Zielgeraden ankamen, stoppten rund 50 Meter vor der Ziellinie, schauten sich an, stellten sich nebeneinander auf – und starteten auf ein Zeichen einen Zielsprint. Es war der Kampf um Platz 27. Einen Platz 30 gab es nicht, da Tommaso Giacomel das Rennen vorzeitig beenden musste.
Am Ende hatte Fabien Claude die Nase vorn, bei Nicola Romanin und Campbell Wright kam es zu einem Photo-Finish. Das Ergebnis: Romanin wurde 28., Wright 29. „Ich habe sogar den Sprint verloren, so ein Scheiß“, scherzte Wright nach dem Rennen in der Mixed Zone auf Nachfrage von t-online. „Wir wussten, dass wir weit hinten waren und haben uns gesagt, dass wir diesen letzten Teil einfach nochmal genießen.“
Schließlich war der Massenstart auch das letzte Herren-Rennen bei den Olympischen Spielen. Am Samstag folgt noch der Massenstart der Damen. Womöglich auch dort mit einem spannenden Zielsprint.









