„Die Summe hat mich umgehauen“
Familie verschenkt Millionen-Erbe
09.04.2026 – 15:28 UhrLesedauer: 3 Min.
Vater, Mutter und zwei Kinder – zusammen sind sie millionenschwer. Doch die Familie will das Geld nicht für sich behalten und hat eine besondere Idee.
Eine Familie aus der Schweiz will ihr Vermögen über 15 Millionen Franken (etwa 16 Millionen Euro) verschenken. Das berichtete die Schweizer Zeitung „Blick“, die mit der Familie gesprochen hat. „Mir hat dieses Geld immer Unbehagen bereitet“, erklärte die Mutter.
Die 64-Jährige sei in einer Bauernfamilie mit zehn Geschwistern aufgewachsen, erklärte sie der Zeitung. Die wirtschaftlichen Verhältnisse seien einfach gewesen. Gleichzeitig sei sie mit einem gewissen Blick auf wohlhabende Menschen aufgewachsen: „Wenn am Sonntag die Reichen mit ihren Sportwagen rumkurvten, rümpften wir die Nase“, erklärte die Frau, die als Pflegefachkraft arbeitet. Das Bild der „Bonzen“, wie sie sie nennt, blieb ihr bis heute. Daher habe der Reichtum, den ihr Mann mit in die Ehe brachte, aus ihrer Sicht eigentlich nie zu ihrer Familie gehört.
Ihr Mann, ein Architekt in zweiter Generation, habe das Geld nach dem Tod seines Vaters geerbt, erklärte er dem „Blick“. Trotz des Wohlstandes der Familie sei er in relativ bürgerlichen Verhältnissen aufgewachsen, führte er aus. Zwar habe er als Kind in einem großen Haus gewohnt und ein Kindermädchen gehabt, aber der Vater habe immer die gleiche Kleidung getragen. „Und wir machten nicht anders Ferien als meine Klassenkameraden.“ Nachdem er das Geld geerbt hatte, habe er es deshalb auf einem Konto deponiert und nur wenig genutzt.
Den beiden Kindern hätten die Eltern erst im jungen Erwachsenenalter von den finanziellen Ressourcen erzählt. „Die Summe hat mich umgehauen“, erklärte die 29-jährige Tochter im Gespräch mit „Blick“. Zwar besitzt die Familie im Osten der Schweiz ein Haus in guter Lage sowie ein Ferienhaus im Wallis und finanzierte den Kindern größere Reisen ins Ausland, doch sie entschied sich bewusst gegen ein Luxusleben.
Vor etwa drei Jahren sei dann die Idee entstanden, das Geld wegzugeben. Zuvor habe die Familie bereits immer wieder den Drang gehabt, mit dem Geld etwas bewirken zu müssen. Zunächst habe die Mutter die Idee forciert, später auch die Tochter. „Als mir während meines Studiums das ganze Ausmaß der Klima- und Biodiversitätskrise bewusst wurde, fand ich, dass wir nicht mehr warten können. Wir müssen etwas tun“, erklärte die 29-Jährige, die als Umweltwissenschaftlerin arbeitet.
Ihr 31 Jahre alter Bruder teilt die Haltung, sei aber auch zögerlich gewesen. „Was, wenn irgendetwas passiert? Ein Unfall? Eine Krankheit?“, habe er sich gefragt.
