„Quasi heimzahlen“
Falscher Bürgergeld-Empfänger: Darum trat er bei Ronzheimer auf
Aktualisiert am 13.03.2026 – 03:02 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Hannoveraner tritt als falscher Bürgergeld-Empfänger in einer Fernsehdokumentation auf. Das war seine Intention.
Er trug ein T-Shirt mit der Aufschrift „Arbeitsloser des Jahres“ und erzählte, er habe kein Problem damit, dem Staat „auf der Tasche zu liegen“: So ist ein vermeintlicher Bürgergeld-Empfänger aus Hannover in einer Folge der Reportagereihe „Ronzheimer – Wie geht’s, Deutschland“ aufgetreten.
Später teilte der Sender Sat.1 mit, dass der Mann vor, während und nach den Dreharbeiten nicht die Wahrheit gesagt habe. Er soll demnach Dokumente gefälscht haben, um seine Darstellung glaubwürdig wirken zu lassen. Seine Geschichte wurde nachträglich aus der Reportage entfernt.
In einem Interview mit dem Medienmagazin „DWDL.de“ sagte der Hannoveraner nun, dass er das Jobcenter durch seine Auftritte in TV-Sendungen schlecht dastehen lassen wollte – als eine Art Rache. Denn dieses habe vor einem Jahr seinen Bürgergeldantrag abgelehnt, weil er ein zweites Wohneigentum besitzt, in dem Verwandte leben.
Er habe sich im Stich gelassen gefühlt – und daraufhin zunächst einen Social-Media-Auftritt gestartet, „um den Ruf des Jobcenters ein wenig zu verschlechtern“.
So zeigte er sich bei TikTok, Instagram und Co. als Arbeitsloser. Was zu der Zeit laut seinen Angaben auch stimmte, allerdings habe er kein Bürgergeld bezogen. Durch seine Reichweite wurden Redaktionen auf ihn aufmerksam. Nach Angaben von „DWDL“ war er vor „Ronzheimer – Wie geht’s Deutschland“ unter anderem in Boulevardmagazinen von ARD und ZDF zu sehen.
Er wollte es dem Amt mit negativer Aufmerksamkeit „quasi heimzahlen“, sagte der junge Mann zu „DWDL.de“. Nachträglich tue es ihm leid, dass viele Bürgergeld-Empfänger durch ihn in ein falsches Licht gerückt worden seien.









