Landtagswahl 2026

Falsche Umfrage zur Wahl in Sachsen-Anhalt in Umlauf


Aktualisiert am 02.09.2026 – 19:04 UhrLesedauer: 2 Min.

Wahlplakate in Sachsen-Anhalt (Archivbild): Kurz vor dem Votum kursieren falsche Umfragen. (Quelle: IMAGO/Michael Taeger/imago)

Kurz vor der Wahl verunsichern falsche Umfrageergebnisse im Netz die Wählerschaft. Fachleute äußern einen klaren Verdacht.

Am Sonntag wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Wenige Tage vor der Abstimmung sorgte eine manipulierte Umfrage in sozialen Medien für Irritationen. Auf der Plattform X tauchte am Mittwoch eine Umfrage auf, die die AfD bei 46 Prozent sieht und die Grünen vermeintlich an der Fünfprozenthürde scheitern lässt. Damit würde die AfD die absolute Mehrheit erreichen.

Das Problem: Die Umfrage ist gefälscht. Das Meinungsforschungsinstitut Insa, das die Erhebung angeblich durchführte, wies jede Verantwortung zurück. Die „Mitteldeutsche Zeitung“ in Halle, die die Studie angeblich in Auftrag gegeben hatte, deutete gar rechtliche Schritte an.

Nicht allein in Deutschland tauchen solche Manipulationen auf. Auch in Schweden, wo am 13. September ein neues Parlament gewählt wird, gibt es den Versuch gezielter Beeinflussungen. In Norwegen wurden im Umfeld der Parlamentswahl im vergangenen Jahr Manipulationen entdeckt. Der norwegische Cyberexperte Eskil Grendahl Sivertsen erklärte der Zeitung „Le Monde“: „Nach einer Analyse hatte dieser Versuch keinerlei Auswirkungen auf die Abstimmung selbst, doch er verdeutlicht die Absicht, Maßnahmen zu ergreifen, die direkt auf demokratische Prozesse abzielen.“ Der Forscher vermutet die Drahtzieher in Russland.

Die EU veröffentlicht einen jährlichen Bericht zu gezielten Desinformationskampagnen in Europa. Der deutsche EU-Diplomat Lutz Güllner sprach vor der Europawahl 2024 von einem „Öko-System an Desinformation“ und erklärte: „Wir beobachten schon lange, dass sich neue Formen, Techniken und Taktiken entwickeln.“ So werden etwa Nachrichtenseiten bekannter Medienmarken im Netz nachgebaut und als echt ausgegeben.

So sehen die jüngsten Zahlen wirklich aus

Für Sachsen-Anhalt weisen die jüngsten Erhebungen jedenfalls einen anderen Trend aus. Nach einer neuen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag von „Nius“ kommt die AfD auf 43 Prozent, die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze auf 22 Prozent, die Linke auf 11 Prozent, SPD (7 Prozent) und Grüne (5 Prozent) wären ebenfalls im Landtag vertreten. BSW und FDP scheitern demnach an der Fünfprozenthürde. Eine Mehrheit jenseits der AfD wäre demnach rechnerisch möglich.

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