Tat auf abgelegenem Hof

Chef von Esoterikverein wird kaltblütig ermordet


30.07.2026 – 11:09 UhrLesedauer: 2 Min.

Daniel Emminger: Der Vereinsvorsitzende und Selbstversorger wurde an Karfreitag tot aufgefunden. (Quelle: Polizei Memmingen)

Wer trachtete nach dem Leben von Daniel Emminger? Die Ermittler sind sich sicher: Sein Mörder läuft noch frei herum. Ein Merkmal könnte ihn verraten.

Im Fall eines auf einem Einödhof im Unterallgäu erschossenen 33-Jährigen hat sich die Polizei an das Publikum der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ gewandt. Der Mann war bereits am Karfreitag tot auf seinem Grundstück in Kunzach bei Breitenbrunn entdeckt worden.

Die bisherigen Ermittlungen ergaben, dass Emminger in der Nacht auf den 1. April mit einem Gewehr „kaltblütig erschossen“ wurde, wie Michaela Baschwitz von der Kripo Memmingen in der Live-Sendung mitteilte. „Wir sprechen da von einer gezielten Hinrichtung“, betonte sie. Man gehe von einer Beziehungstat und einem gezielten Vorgehen aus. Der Hof habe nicht gewirkt, als seien dort Reichtümer zu holen, so die Kripo-Beamtin.

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Daniel Emminger verfolgte laut Polizei einen alternativen Lebensstil, war Selbstversorger und Vorsitzender des Vereins „Autarkia Naturnah“. Im Rahmen dessen sei es um die Freude am Gärtnern gegangen, „auch esoterische Interessen hatte er sehr viele“, so Baschwitz. Tatsächlich finden sich auf der Vereinswebseite etwa Kurse zu den Themen „Alchemie“ und „Astrologie“.

Der Einödhof, auf dem Daniel Emminger erschossen wurde. (Quelle: Google Maps)

Esoterik-Veranstaltungen: Polizei spricht über Mordmotiv

Laut Polizei fanden auf dem Einödhof regelmäßig esoterische Veranstaltungen „mit recht hohen Teilnehmerzahlen“ statt, teils seien bis zu 150 Menschen gekommen. Das Grundstück sei dafür aber nicht ausgelegt gewesen, wie Baschwitz betonte. „Es gibt keine Kanalisation oder fließendes Wasser auf dem Gelände. Das könnte Menschen in der Umgebung durchaus gestört haben“, mutmaßte die Ermittlerin. Zeugenaussagen zufolge soll Emminger auch Affären gehabt haben – auch darin sehen die Ermittler ein potenzielles Motiv.

Am Tatort wurde Jagdmunition festgestellt. „Wir glauben, dass der Täter geübt im Umgang mit der Waffe gewesen sein muss“, stellte Baschwitz fest. Ein wichtiges Merkmal könnte den Täter dabei verraten: Die Waffe sei im Inneren des Hauses abgefeuert worden, was einen enormen Lärm verursacht hab. Es sei daher wahrscheinlich, dass der Schütze entweder einen Gehörschutz dabeihatte oder einen Gehörschaden davongetragen hat.

Hinweise nimmt die Polizei unter 08331 100 201 entgegen. Für Hinweise, die zur Aufklärung des Falls führen, ist eine Belohnung in Höhe von 5.000 Euro ausgesetzt.

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