Lamborghini, Uhren und Schmuck weg
„König von der Kö“ verhaftet – es geht um zig Millionen
Aktualisiert am 27.03.2026 – 17:53 UhrLesedauer: 3 Min.

In sechs Ländern schlagen gleichzeitig Einsatzkräfte zu, 400 Beamte durchsuchen 49 Objekte. Im Fokus der Ermittler steht der „König von der Kö“: Seine Karriere vom Hauptschüler zum Milliardär endet vorläufig vor dem Untersuchungsrichter.
Bei einer umfangreichen Razzia haben Fahnder am Donnerstag einen 61 Jahre alten Immobilienunternehmer festgenommen. Wie das nordrhein-westfälische Landeskriminalamt mitteilte, trafen Beamte den Düsseldorfer in seiner Finca auf Ibiza an, führten ihn ab und brachten ihn zum Haftrichter.
Übereinstimmenden Medienberichten zufolge handelt es sich bei dem Festgenommenen um den als „König von der Kö“ bekannt gewordenen Uwe Reppegather. Mit seiner Centrum-Gruppe hatte er etwa den Kö-Bogen II in der Düsseldorfer Innenstadt gebaut; ihm gehörten zahlreiche Häuser an der Luxuseinkaufsstraße.
Doch dann geriet sein Unternehmen in Schieflage. Reppegather meldete 2023 Privatinsolvenz an. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, dabei viele Millionen Euro illegal beiseitegeschafft zu haben. „Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen steht ein Schaden im hohen zweistelligen Millionenbereich im Raum“, teilte die Behörde mit.
Reppegather galt als schillernder Unternehmer. „Vom Hauptschüler zum Milliardär“, fasste die „Welt“ seine Karriere vor zehn Jahren zusammen. „Er ist groß wie ein Leuchtturm, knapp zwei Meter“, heißt es in dem Text. Aber der Mann mit dem Pferdeschwanz wirke wie drei Meter zehn – und habe eine Ausstrahlung, um die ihn die meisten Schauspieler beneiden würden.
Die Zeitung beschrieb ein luxuriöses Leben: bodentiefe Fenster in seinem Büro, darüber seine über zwei Etagen reichende Stadtwohnung samt darin geparktem Mercedes 300 SL. Den Wagen fahre er per Autolift von der Straße ins Wohnzimmer.
Im Alter von 14 Jahren habe Reppegather den Wunsch verspürt, „so viel Geld zu verdienen, dass ich selbst entscheiden kann, wann ich aufstehe und was ich tue“, sagte er. Zuerst habe er Großhandelskaufmann werden wollen, sei dann aber umgeschwenkt.