Exxon-Vizechef warnt vor Ölkrise
„Wir nähern uns Beständen, die es so noch nie gegeben hat“
29.05.2026 – 14:12 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Krieg im Nahen Osten sorgt weiterhin für eine angespannte Lage auf dem Ölmarkt. Nun warnt eine der größten Ölfirmen vor sinkenden Ölreserven.
Die weltweiten Ölreserven könnten nach Einschätzung des US-Energiekonzerns ExxonMobil bereits in den kommenden Wochen auf historisch niedrige Werte sinken. Das würde einen deutlichen Anstieg der Ölpreise auslösen und die Nachfrage belasten, warnte Exxon-Vizechef Neil Chapman.
„Wir nähern uns Lagerbeständen, die es in dieser Form noch nie gegeben hat“, sagte Chapman auf einer Konferenz des Finanzanalysten Bernstein in New York, von der das US-Nachrichtenportal „CNBC“ berichtet. Ob dieser Punkt in zwei oder erst in vier Wochen erreicht werde, sei schwer vorherzusagen. Sobald die Vorräte jedoch auf ein Rekordtief fielen, gebe es aus seiner Sicht nur eine Richtung für die Preise: nach oben.
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Chapman erwartet, dass der Preis für physische Brent-Öllieferungen dann zeitweise auf 150 bis 160 US-Dollar je Barrel steigen könnte. Zum Vergleich: Die Brent-Rohölsorte zur Lieferung im Juli schloss am Donnerstag bei weniger als 94 Dollar pro Barrel.
Exxon-Vizechef: Strategische Reserven werden kleiner
Auslöser der angespannten Lage ist nach Angaben des Managers vor allem die anhaltende Unterbrechung wichtiger Lieferwege im Nahen Osten. Die Sperrung der Straße von Hormus durch den Iran habe dem Markt bereits mehr als eine Milliarde Barrel Öl entzogen. Nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) handelt es sich damit um die größte Versorgungsstörung in der Geschichte des Ölmarktes.
Bislang hätten strategische Reserven die Auswirkungen abgefedert, sagte Chapman. Dieser Puffer werde jedoch zunehmend kleiner. Die IEA hatte bereits Anfang des Monats darauf hingewiesen, dass die weltweiten Lagerbestände derzeit in Rekordtempo abschmelzen. Um die Folgen der Versorgungskrise zu begrenzen, beschlossen die Mitgliedstaaten der Organisation im März die Freigabe von insgesamt 400 Millionen Barrel Öl aus ihren Reserven.










