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Home » Explosion war stärker als die von Tschernobyl
Digital

Explosion war stärker als die von Tschernobyl

MitarbeiterBy MitarbeiterSeptember 9, 2026
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Schallwellen bis nach Texas

Bezos-Rakete: Explosion war stärker als die von Tschernobyl


09.09.2026 – 18:07 UhrLesedauer: 2 Min.

Vergrößern des Bildes

Explosion der „New Glenn“: Die Rakete ging in einem Feuerball auf.

Forscher haben die gewaltige Explosion der „New Glenn“-Rakete von Blue Origin ausgewertet. Die Schallwellen des Knalls haben sich demnach über tausend Kilometer weit ausgebreitet.

Im Mai dieses Jahres kam es bei einem Test einer „New Glenn“-Weltraumrakete in Cape Canaveral in Florida zu einer heftigen Explosion. Die Rakete des Unternehmens Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos ging bei dem Test in einem riesigen Feuerball auf.

Jetzt haben Wissenschaftler erstmals durch Messung der Schallwellen die Sprengkraft der mit flüssigem Sauerstoff und Methan betriebenen Trägerrakete bestimmt. Das Ergebnis: Die Explosion erzeugte Schallwellen, die sich bis ins 1.600 Kilometer entfernte Texas ausbreiteten.

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Ihre Studie haben die Wissenschaftler unter Leitung von Elizabeth Silber von den Sandia National Laboratories in Albuquerque, New Mexico, im Fachjournal „The Seismic Record“ veröffentlicht.

Energie von etwa 0,131 Kilotonnen TNT

„Beobachtungen im vollen Umfang von Trägerraketen mit kryogenen Treibstoffen, insbesondere flüssigem Sauerstoff und flüssigem Methan, sind noch immer sehr, sehr begrenzt“, schreibt Silber. Die Explosion der „New Glenn“ sei eine seltene Gelegenheit gewesen, ein solches Ereignis zu untersuchen.

Auf Grundlage der Frequenz und der Ausbreitungsdistanz der Schallwellen schätzten die Forscher, dass die Explosion der Bezos-Rakete einer Energie von etwa 0,131 Kilotonnen TNT gleichkam.

Wie das Magazin „LiveScience“ berichtet, entspricht das einer größeren Sprengkraft als der der Anfangsexplosion beim Reaktorunglück von Tschernobyl im Jahr 1986. Diese wurde in einer Studie von 2009 auf etwa 0,1 Kilotonnen TNT geschätzt. Die zweite Explosion war damals mit 0,2 bis 0,3 Kilotonnen deutlich heftiger.

Instrument für künftige Unfälle mit Raumfahrzeugen

Physikerin Silber und ihr Team vermuten, dass bei der „New Glenn“-Explosion zwischen drei und sechs Prozent des Treibstoffs der Rakete freigesetzt wurden. Sie sehen in der Untersuchung von Schallwellen ein wichtiges Instrument, um künftig große Explosionen oder Raumfahrzeugunfälle weltweit auszuwerten.

Bei der Explosion der leistungsstarken Schwerlastrakete „New Glenn“ im Mai waren keine Menschen verletzt worden. Bei dem Test sollte die Rakete nicht starten, sondern lediglich die Triebwerke zünden.

Mit der „New Glenn“ will Blue Origin dem Unternehmen SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk Konkurrenz machen, das aktuell die kommerzielle Raumfahrt dominiert. Die Explosion war dabei ein großer Rückschlag.

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