Konsumdruck widerstehen

Sparen im Alltag: Experten verraten Tricks gegen Impulskäufe

Aktualisiert am 30.04.2026 – 14:36 UhrLesedauer: 4 Min.

Geldausgeben ist meist nur einen Fingertipp entfernt – um nicht zu schnell in Konsum-Versuchung zu kommen, braucht es Selbstdisziplin. (Quelle: Christin Klose/dpa-tmn/dpa-bilder)

Schnäppchen, Social Media, Supermarkt-Tricks: Konsum verführt permanent. Mit diesen Strategien behalten Sie Ihr Geld im Griff.

„Jetzt das neueste Smartphone zum Dauertiefstpreis sichern.“ „Frühlingserwachen im Kleiderschrank – nur ein Klick bis zum passenden Outfit.“ Oder doch lieber „Lastminute ins Kleinwalsertal“? Surft man ohne Werbeblocker im Internet, bieten sich einem binnen Sekunden etliche Konsum-Verlockungen.

Johanna Gollnhofer, Professorin für Marketing an der Universität St. Gallen, erklärt: „Konsum ist in unserer Gesellschaft überall wahnsinnig präsent und erzeugt einen enormen Druck, weil sehr viele Strategien eingesetzt werden, um die Menschen dazu zu verführen“ Das Problem daran: Konsum kostet Geld – und zwar sogar mehr, als den reinen Betrag, den man für die neuen Schuhe, das Abendessen im Restaurant oder den schönen Kurzurlaub ausgibt.

„Würde ich 1.000 Euro stattdessen mit sieben Prozent anlegen, hätte mein Zukunfts-Ich in 30 Jahren 7.600 Euro zum Ausgeben“, sagt Finanzprofessor Andreas Hackethal von der Universität Frankfurt. Gerade in Zeiten von Inflation und hohen Kosten bezeichnet er strategisches Sparen für den Wunsch-Lebensstil in seinem neuen Finanzratgeber „Dein Financial Lifestyle Code“ als das „mächtigste Rendite-Tool“.

Nur: „Es ist verdammt schwer, weniger zu konsumieren, weil dem zahlreiche psychologische wie soziale Mechanismen entgegenwirken“, sagt Ingo Balderjahn, Wirtschaftswissenschaftler und Konsumforscher an der Universität Potsdam. Menschen würden sehr viel aus Gewohnheiten heraus konsumieren. „Und je länger wir etwas schon machen, umso mehr kreative Gründe fallen uns ein, das auch weiterhin zu tun, statt den inneren Schweinehund zu überwinden und zu verzichten“, sagt Ingo Balderjahn.

Das sei auch deswegen so schwer, weil die Menschen die finanziellen Gewinne, die sich aus dem Sparen ergeben könnten, nicht so hoch bewerten wie den Aufwand, ein lieb gewonnenes Hotel seltener aufzusuchen oder auf das neueste Handymodell zu verzichten. „Konsum ist einfach etwas sehr Emotionales und Präsentes. Sparen dagegen ist recht abstrakt und auf die Zukunft ausgerichtet“, sagt Johanna Gollnhofer.

Um trotzdem gegen diese psychologischen Mechanismen vorzugehen, haben die Experten gleich mehrere Tipps. „Auf der einen Seite kann ich meinem Heute-Ich das Geldausgeben schwerer machen“, sagt Andreas Hackethal. Also: Beim Onlineshopping Newsletter abbestellen, keine Bankdaten in einem Shop hinterlegen, weil das die Einkäufe so bequem mit einem Klick möglich macht und auf Cooling-off setzen.

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