Lob kommt von auch Gewerkschaftsseite. Die IG Metall begrüßt die soziale Staffelung der Prämie. Es sei richtig, dass Menschen mit niedrigeren Einkommen stärker unterstützt würden. Gleichzeitig fordert die Gewerkschaft, die Förderung mittelfristig auch auf Gebrauchtwagen auszuweiten und stärker an europäische Produktionsketten zu binden. „Hersteller, die anderswo teils zu schlechten Arbeits- und Umweltstandards fertigen, sollten nicht von deutschen Steuergeldern profitieren“, so die Gewerkschaft.

Deutlich kritischer äußern sich Umweltverbände. Greenpeace monierte, die Förderung begünstige auch teure Fahrzeuge und belaste den Bundeshaushalt mit „Geldgeschenken für diejenigen, die keine benötigen“. Sinnvoll sei eine Begrenzung auf kleinere, günstigere E‑Autos.

Die Deutsche Umwelthilfe kritisiert vor allem die Einbeziehung von Plug‑in‑Hybriden. Diese stießen im realen Betrieb oft deutlich mehr CO₂ aus, als die offiziellen Werte vermuten ließen. Auch aus der Politik kommt Skepsis: Der Vorsitzende des Bundestags-Umweltausschusses, Lorenz Gösta Beutin von der Linken, nannte die Plug-in-Förderung „Bullshit“. „Damit werden faktisch Verbrenner subventioniert, die im Alltag oft extrem ineffizient sind.“

Dudenhöffer und der ADAC verweisen stattdessen auf andere Hebel. Günstigerer Ladestrom und niedrigere Nebenkosten könnten aus ihrer Sicht mehr bewirken als eine Kaufprämie. Umweltminister Schneider räumte ein, dass hohe Strompreise ein Problem seien, setzt aber auf mehr Wettbewerb und sinkende Kosten.

Die neue E‑Auto‑Prämie soll zunächst bis Mitte 2027 gelten. Spätestens dann will die Bundesregierung überprüfen, ob die Förderung angepasst werden muss – und ob sie tatsächlich dazu beiträgt, mehr Menschen für den Umstieg auf Elektromobilität zu gewinnen.

Share.
Exit mobile version