Nahost-Konflikt
Ex-Zweitliga-Torwart muss vor Kämpfen flüchten
02.03.2026 – 08:45 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Angriffe auf Teheran treffen auch einen früheren deutschen Zweitliga-Torwart. Marko Johansson berichtet von Explosionen nahe dem Trainingsgelände und seiner Flucht.
Mitten in der Vorbereitung auf ein internationales K.-o.-Spiel wird der Alltag eines Fußballprofis, der auch in Deutschland gespielt hat, abrupt zerrissen. Für Marko Johansson endet ein gewöhnlicher Samstag im Iran mit der Flucht über die Grenze. Der frühere Zweitliga-Keeper vom Hamburger SV erlebte die Angriffe auf Teheran aus nächster Nähe – und brachte sich in Sicherheit.
Der 27-Jährige steht beim iranischen Meister Traktor FC in der Millionenstadt Täbris unter Vertrag. Nun hat der Schwede, der auch für Eintracht Braunschweig gespielt hat, die dramatischen Stunden geschildert. Zu „Bild“ sagte Johansson: „Am Samstagvormittag habe ich mich mit den anderen ausländischen Spielern des Vereins zum Frühstück getroffen. Dort sagte einer plötzlich, dass Teheran angegriffen wurde.“
Eigentlich bereitete sich die Mannschaft auf das Achtelfinale der asiatischen Champions League vor. Am Montag sollte in Dubai das Duell mit Shabab Al-Ahli stattfinden. Johansson berichtet: „Es wurde uns schnell klar, dass wir das Land am besten verlassen sollten. Statt einer Tasche für Dubai habe ich zwei Taschen gepackt. Kurz danach hat uns der Trainer zusammengerufen und uns gesagt, dass der Klub uns bei allem unterstützen würde.“
Kurz darauf folgt der nächste Schreckmoment. „Wir saßen im Hotel auf dem Trainingsgelände, als es auf einmal einen Riesen-Schlag gab. Das ganze Gebäude hat gezittert. Wir sind vor Schreck aufgesprungen und wussten nicht, wo wir hinsollten“, sagte der Torwart.
Für die ausländischen Profis stand danach fest, dass sie das Land verlassen wollten. „Innerhalb weniger Minuten stand ein Auto für uns bereit, mit dem wir zur türkischen Grenze gefahren wurden. Die Fahrt dauerte fünf Stunden, während derer wir gesehen haben, wie die Iraner Raketen für den Gegenschlag vorbereitet haben.“
An der Grenze gingen die Formalitäten zügig. Von dort reiste Johansson weiter nach Istanbul und flog anschließend nach Göteborg. „Hier bin ich bei meiner Frau und meiner zweieinhalbjährigen Tochter. Auch die anderen ausländischen Spieler meines Vereins sind bei ihren Familien“, erzählte der Schwede.
Wie es sportlich weitergeht, ist offen. „Ich trainiere erstmal alleine. Das ist sehr ungewöhnlich für mich. Gleichzeitig verfolge ich die Nachrichten aus dem Iran sehr genau. Und was meinen Vertrag angeht – darum kümmert sich mein Berater.“ Vier Jahre spielte Johansson in Deutschland, zuletzt in Braunschweig. „Meine Gedanken sind bei den Menschen im Iran. Ich bin mit vielen in Kontakt. Ich hoffe, der Konflikt geht schnell vorbei.“










