Plädiert für Gespräche
Grupp: „In einigen Punkten hat die AfD recht“
Aktualisiert am 22.03.2026 – 11:09 UhrLesedauer: 2 Min.
Wolfgang Grupp stürzte nach der Übergabe seiner Firma in ein Loch. Er versuchte, sich das Leben zu nehmen. Nun spricht er über seine Erfahrungen.
Der langjährige Trigema-Chef Wolfgang Grupp hat sein erstes Interview seit seinem Selbstmordversuch im vergangenen Juni gegeben. Im Gespräch mit der „Wirtschaftswoche“ berichtete er dabei von seinem aktuellen Zustand und warb einmal mehr für eine Zusammenarbeit mit der AfD.
Grupp betonte, er müsse dazu stehen, dass er seinem Leben ein Ende setzen wollte. „Ich stand vor einer Leere. Ich habe gedacht, dass ich nicht mehr gebraucht werde, beziehungsweise dass ich nicht mehr wichtig bin“, berichtete er über die Zeit nach der Übergabe der Firma an seine Kinder.
Zwar gebe man ihm noch das Gefühl gebraucht zu werden, allerdings schränkte er ein: „Aber im Prinzip, da muss ich ehrlich sein, braucht man mich eventuell doch nicht mehr. Es geht auch ohne mich.“
Die Erkenntnis, dass das letzte Kapitel seines Lebens angebrochen sei, habe ihn depressiv gemacht, nachts konnte er nach eigenen Angaben nicht schlafen. Der Selbstmordversuch sei eine „Kurzschlussreaktion“ gewesen, „die ich nachträglich sehr bereut habe und sicherlich nicht wiederholen würde“. Mittlerweile leide er nicht mehr an Depressionen, er nehme nun jeden Tag eine Tablette.
Mittlerweile gehe Grupp wieder regelmäßig im Büro arbeiten. Auch mit der Arbeit an seiner Biografie, die vor Ostern erscheinen soll, habe er sich in den vergangenen Monaten beschäftigt. „Natürlich ist es ruhiger bei mir geworden. Aber das ist auch schön in meinem Alter. Verantwortung kann auch eine Last sein.“ Er sei stolz auf seine Frau und seine Kinder, so Grupp. Seine Tochter wohne nebenan, sein Enkelkind sehe er jeden Tag. „Das ist schön.“
Im Interview sprach Grupp auch über die aktuelle Politik und äußerte sich zum Ausgang der Landtagswahl in seiner Heimat Baden-Württemberg. Es sei für ihn „unverständlich, dass die CDU nicht in der Lage war, ihren Vorsprung zu verteidigen“. Er selbst habe für die Christendemokraten gestimmt. In der Vergangenheit habe er auch den Grünen Winfried Kretschmann gewählt, da dieser auch ein CDU-Mann hätte sein können. Zu dessen Nachfolger Cem Özdemir könne er nichts sagen, „weil ich ihn kaum kenne“.









