Nach WM-Blamage

Razzia bei Südkoreas Fußballverband

06.08.2026 – 08:43 UhrLesedauer: 1 Min.

Südkoreas ehemaliger Nationaltrainer Hong Myung-bo: Nach einer enttäuschenden WM verkündete er seinen Abschied. (Quelle: IMAGO/YONHAP/imago)

Südkoreas Nationalteam schied bei der WM in Nordamerika früh aus – nun ermittelt die Polizei gegen den eigenen Verband. Der Vorwurf hat es in sich.

Die südkoreanische Polizei hat die Büros des nationalen Fußballverbands KFA in Seoul und Cheonan durchsucht und Dokumente sowie Daten von Funktionären beschlagnahmt. Das berichtet die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Der Verdacht: Der Verband soll die Ernennung von Ex-Nationaltrainer Hong Myung-bo im Jahr 2024 manipuliert haben.

Hong soll den vorgesehenen Bewerbungsprozess nicht durchlaufen haben. Der 57-Jährige war bereits bei der WM 2014 als Nationaltrainer gescheitert. Dennoch berief ihn der KFA im Juli 2024 erneut in das Amt.

Kritik vom Präsidenten nach WM-Aus

Schon damals gab es erste Kritik am Ablauf der Nominierung. Bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada schied Südkorea in der Gruppenphase aus. Hong trat daraufhin zurück – der öffentliche Zorn ließ sich damit aber nicht besänftigen.

Auch Südkoreas Präsident Lee Jae Myung meldete sich damals auf der Plattform X zu Wort. Er sei „angesichts dieses unerwarteten Ergebnisses nicht nur verblüfft, sondern empfinde es geradezu als absurd“, schrieb er.

Das Scheitern, „das bei den Bürgern Enttäuschung ausgelöst hat, scheint auf Versäumnisse in der Organisation und im Personalwesen zurückzuführen zu sein, so Lee. Seine Kritik richtete er dabei vor allem gegen die Trainerwahl des Verbands.

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