„Nichts wäre schlimmer“
Otto-Patriarch äußert sich klar zu möglichem AfD-Verbot
14.07.2026 – 18:22 UhrLesedauer: 2 Min.
Ex-Otto-Chef Michael Otto warnt eindringlich vor einem AfD-Verbotsverfahren. Ein Scheitern wäre aus seiner Sicht für die Partei der größte denkbare Triumph.
Der Unternehmer und Stifter Michael Otto hat vor einem möglichen Verbotsverfahren gegen die AfD gewarnt. Ein gescheitertes Verfahren wäre aus seiner Sicht ein großer Erfolg für die Partei. Zugleich sprach er sich gegen eine Koalition mit der AfD auf Landes- oder Bundesebene aus.
Im Interview mit der „Welt“ sagte der 83-Jährige, ein Parteiverbot müsse „sehr genau abgewogen“ werden. „Nichts wäre schlimmer, als dabei zu unterliegen. Etwas Besseres könnte der AfD nicht passieren“, sagte Otto.
Otto leitete über Jahrzehnte die Otto Group und war bis 2007 Vorstandsvorsitzender, anschließend bis 2019 Vorsitzender des Aufsichtsrats. Heute engagiert er sich vor allem mit Stiftungen und der Initiative Cociety für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Organisation veröffentlichte jüngst eine Studie dazu, wie sich die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft gegen Extremismus stärken lässt.
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Otto: „Brandmauer“-Begriff ungeschickt
Eine Zusammenarbeit mit der AfD lehnt der Unternehmer ab. „Eine Koalition einer Partei der demokratischen Mitte mit der AfD sollte sicherlich nicht erfolgen“, sagte er. Den Begriff „Brandmauer“ halte er allerdings für ungeschickt. Auf kommunaler Ebene müsse dennoch über Sachfragen entschieden werden. Schlage die AfD etwa den Bau einer Kita oder die Sanierung einer Schule vor, könne man einem solchen Antrag zustimmen, wenn er sinnvoll sei.
Als problematisch bezeichnete Otto unter anderem Forderungen nach einem Austritt Deutschlands aus der Europäischen Union oder der Nato. Beides würde Deutschland und seiner exportorientierten Wirtschaft schaden. Kritisch äußerte er sich zudem über den Umgang der AfD mit Russland sowie über ihre Positionen zur Zuwanderung.
Zugleich mahnte Otto, zwischen der Partei und ihren Wählern zu unterscheiden. Viele Menschen hätten den Eindruck, dass ihre Sorgen von der Politik nicht ausreichend wahrgenommen würden und sich deshalb den politischen Rändern zuwendeten. Entscheidend sei, dass demokratische Parteien konkrete Lösungen anböten und ihre Handlungsfähigkeit zeigten.










