Kein Geld, keine Fahrer

Ralf Schumacher rechnet mit deutschem Motorsport ab

Aktualisiert am 26.02.2026 – 17:30 UhrLesedauer: 2 Min.

Ralf Schumacher: Er war von 2001 bis 2015 mit Cora Schumacher verheiratet. (Quelle: IMAGO/Eibner-Pressefoto/Alexander Neis)

Der Formel-1-Standort Deutschland? Ralf Schumacher sieht schwarz. Für Talente ist der Weg nach oben kaum zu bezahlen. Schumacher nennt eine Millionensumme.

Ralf Schumacher hat ein vernichtendes Urteil über den Formel-1-Standort Deutschland gefällt. „Der deutsche Motorsport hat sich selbst abgeschafft. Das fing schon mit dem Naturschutz an, dass wir keine Kartbahn mehr genehmigt bekommen oder weiterbetreiben durften“, meinte der frühere Formel-1-Pilot bei einer Presserunde des Pay-TV-Senders Sky. Das sei dann etwa so, als ob man die Fußballplätze in Deutschland abschaffe und dennoch weiter davon ausgehe, einen Verein wie den FC Bayern München zu haben.

Der Bruder von Rekordweltmeister Michael Schumacher sieht keine hoffnungsvolle Zukunft für deutsche Fahrer in der Formel 1. „Wir werden in absehbarer Zukunft keine Formel-1-Fahrer haben, es sei denn, der hat Geld genug und schafft es, in Italien Kart zu fahren, so wie die meisten, die wirklich Geld haben“, erläuterte Schumacher weiter. Dann müsste sich das Talent aber auch direkt gegen die Besten behaupten. „Das geht nur im italienischen Kartsport.“

Mit Nico Hülkenberg (Audi) ist aktuell nur noch ein deutscher Stammfahrer in der Königsklasse des Motorsports vertreten. Einen Grand Prix in Deutschland gab es zuletzt 2020 auf dem Nürburgring – allerdings nur als Corona-Ersatzveranstaltung. Schumacher fuhr selbst von 1997 bis 2007 in der Formel 1 und gewann dabei sechs Grand Prix. Sein Bruder Michael wurde sogar siebenmal Weltmeister.

„Man muss heute gewinnen. Nicht gewinnen reicht nicht, weil die Formel 1 nur für die Topfahrer ist“, sagte Schumacher auch vor dem Hintergrund des Rückzugs von Tim Tramnitz. Der Deutsche war ein Talent, zieht sich aber nun aus dem Sport zurück und wechselt in die GT-Serie zu BMW. Sein weiterer Weg aus der Formel 3 vielleicht einmal in die Formel 1 sei „in Anbetracht der millionenschweren Budgets nur schwer“ zu finanzieren, hatte der 21-Jährige zuletzt gesagt. Sky-Experte Schumacher bezifferte die Kosten für den schwierigen Aufstiegsweg auf rund 15 Millionen Euro.

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