Reform der Altersversorgung
Riester: Rentendebatte ist „eine Katastrophe“
05.02.2026 – 00:19 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Debatte um das Rentenniveau sieht der ehemalige Arbeitsminister Walter Riester als Trugbild. Er stellt eine Forderung auf.
Der frühere Arbeitsminister Walter Riester (SPD) hat das Rentenniveau als zentrales Kriterium in der Rentenpolitik scharf kritisiert. „Das Rentenniveau ist eine Nullnummer“, sagte der 82-Jährige der „Süddeutschen Zeitung“. Der Begriff sei „irreführend“ und ein „Trugbild“, da er nichts darüber aussage, wie viel ein Rentner tatsächlich bekomme.
Auch seine eigene Partei nimmt Riester in die Pflicht. „Es ist für mich fraglich, ob es links ist, für ein höheres Rentenniveau zu streiten, wenn das an der Wirklichkeit vorbeigeht“, sagte er. Die SPD hatte in der Bundesregierung durchgesetzt, das Rentenniveau für die kommenden Jahre bei 48 Prozent zu stabilisieren.
Zudem äußerte sich Riester deutlich zur aktuellen Rentendebatte. „Diese Ideologieschlacht ist eine Katastrophe“, sagte er. Es laufe eine Schwarz-Weiß-Diskussion zwischen Befürwortern des Umlageverfahrens und der Kapitaldeckung, bei der jede Seite nur das eigene Modell als richtig betrachte. „Ich halte die Auseinandersetzung auf diese Art für schlimm, weil doch beides wichtig ist, das Umlagesystem und die Kapitaldeckung“, so Riester weiter.
„Die gesetzliche Rentenversicherung wird bleiben. Aber sie wird eben nur ein Baustein eines neuen Gesamtversorgungsniveaus werden, in dem die private Altersvorsorge und die betriebliche Altersversorgung eine wesentlich größere Rolle spielen werden als bisher“, sagte der CDU-Chef am Dienstag beim Neujahrsempfang der Deutschen Börse in Eschborn bei Frankfurt. Er fügte hinzu: „Dies ist ein Paradigmenwechsel in der deutschen Altersversorgungspolitik, in der deutschen Rentenpolitik.“
Bei privater und betrieblicher Altersvorsorge soll die Kapitaldeckung gestärkt werden. „Dies wird auch für den Kapitalmarkt der Bundesrepublik Deutschland von dieser Seite aus einen erheblichen Wachstumsschub auslösen“, sagte Merz. Es werde auch dafür sorgen, dass ein wesentlich größerer Teil der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer am Zuwachs des Volksvermögens teilnimmt.











