Europa-Chef Rowley: Das sind die drei Ford-Alternativen für Saarlouis | Regional

Saarlouis – Noch immer herrscht Schock-Starre. 4600 Ford Mitarbeiter stehen vor einer ungewissen Zukunft, wenn 2025 die Focus-Produktion im Saarlouiser Werk endet. Hinzukommen rund 1600 Jobs bei Zulieferer-Firmen. In einer Videobotschaft an die Beschäftigten rechtfertigt Europa-Chef Stuart Rowley (56) „seine“ Entscheidung gegen das Saarland.

Der Manager: „Unsere Entscheidung ist zugunsten von Valencia ausgefallen – basierend auf strategischen, technischen und finanziellen Daten sowie unseren Beratungen mit den Standortteams und deren Sozialpartnern.“

Rowley weiter: „Es war alles andere als eine leichte Entscheidung und ich weiß, dass unser Team in Saarlouis tief enttäuscht darüber ist. Das Ford-Werk in Saarlouis ist seit Jahrzehnten ein wichtiger Bestandteil von Ford in Europa.“

Er versucht, Hoffnung zu verbreiten. Rowley: „Ganz besonders wichtig ist, dass die heutige Entscheidung kein Beschluss ist, das Werk zu schließen. Schon heute arbeiten wir an konkreten Alternativen für den Ford-Standort Saarlouis.“

Seine Zusage: „Bis zum Jahr 2025 werden wir, wie geplant, in Saarlouis den Ford Focus produzieren.“

Und wie geht‘s nach 2025 weiter?

Der Ford-Chef nennt drei Alternativen für das Werk in Saarlouis:

1. eine mögliche, langfristige Geschäftstätigkeit von Ford am Standort Saarlouis. Konkret:

► Produktion von Teilen für andere Ford-Unternehmen.

► Recycling von Batterien.

► Recycling von Elektrofahrzeugen.

► Die Herstellung von Sonderausstattungen für Fahrzeuge.

2. eine Beschäftigung durch andere Unternehmen, einschließlich anderer Automobilhersteller.

3. „Geschäftstätigkeiten“ in Partnerschaft mit der Regierung des Saarlandes.

MP Anke Rehlinger (SPD) nach der Ford-Entscheidung gegen Saarlouis zu den Mitarbeitern: „Wir teilen eure Enttäuschung und eure Wut!“

Foto: Thomas Wieck

Rowley verspricht, eine Taskforce aufzubauen. Auch hier könnte die Landesregierung wieder mit im Boot sitzen.

Die Entscheidung, wer den Zuschlag für den Bau des Elektroautos bekomme, sei „ein wichtiger Meilenstein in der Transformation unseres Unternehmens“, so Rowley.

Wie blanker Hohn müssen für die Saarlouiser Beschäftigten seine abschließenden Worte klingen: „An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal bei unseren Kolleginnen und Kollegen in Saarlouis und Valencia und deren Sozialpartnern für die Unterstützung und Professionalität bedanken.“

„Viertel nach Acht“ vom 21.06.2022 Fast drei Jahre Corona-Krise

Quelle: BILD
21.06.2022

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