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Home » EU untersucht Möbelhändler – Millionenstrafe droht
Wirtschaft

EU untersucht Möbelhändler – Millionenstrafe droht

MitarbeiterBy MitarbeiterAugust 19, 2026
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Geplante Übernahme

Deutschen Möbelhändlern droht Millionenstrafe


Aktualisiert am 19.08.2026 – 15:55 UhrLesedauer: 2 Min.

Vergrößern des Bildes

Möbelhaus XXXLutz: Der Händler will den Konkurrenten Porta übernehmen, die EU untersucht aber das Vorgehen. (Quelle: IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON/imago)

Schon anderthalb Jahre ist es her, dass XXXLutz bekannt gab, den Konkurrenten Porta übernehmen zu wollen. Die EU hat jetzt eine böse Vermutung.

Schon im Juli hat die EU-Kommission bekannt gegeben, dass sie die geplante Übernahme des deutschen Möbelhändlers Porta durch den Konkurrenten XXXLutz genauer untersuchen will. Der Vorwurf: Obwohl die im Januar 2025 bekannt gegebene Übernahme noch nicht kartellrechtlich genehmigt wurde, sollen die Möbelfirmen bereits gemeinsame Sache machen. Das ist allerdings streng verboten. Schlimmer noch: Bis heute hat XXXLutz wohl keine Übernahmeunterlagen eingereicht.

Die EU sucht jetzt nach Hinweisen aus der Möbelindustrie, wie am Mittwoch die „Wirtschaftswoche“ (Wiwo) berichtet. Demnach habe die Kommission Fragebögen an Hersteller aus der Branche geschickt. So will Brüssel etwa wissen, ob XXXLutz und Porta ihre Lieferanten dazu aufgerufen haben, die Bedingungen beider Unternehmen anzugleichen, oder ob die beiden bei Verhandlungen gemeinsam agiert haben.

EU könnte gegen XXXLutz und Porta Strafen verhängen

Bis zur Freigabe einer Übernahme dürfen die beteiligten Unternehmen laut EU-Regeln keine Maßnahmen ergreifen, die zu einem faktischen Kontrollwechsel führen – etwa die Abstimmung von Geschäftsabläufen oder den Austausch sensibler und wettbewerbsrelevanter Informationen. Sollten die Mitglieder aus der Möbelindustrie die Fragen aus dem Fragebogen bejahen, würde das den Verstoß gegen diese Regeln bestätigen.

Laut „Wiwo“ erzählen Händler aus der Branche, dass Porta und XXXLutz genau dies getan hätten. So sollen XXXLutz-Mitarbeiter von einzelnen Möbelherstellern die Herausgabe von geheimen Einkaufsvereinbarungen mit Porta gefordert haben – ein klarer Verstoß gegen die Wettbewerbsregeln. Die beiden Unternehmen weisen die Vorwürfe deutlich zurück. Es habe zwischen Geschäftsführern und Betriebsräten im Jahr 2025 nur Kennenlerntermine gegeben, sagen die Unternehmen dem Magazin. Alle anderen Vorwürfe seien nicht zutreffend.

Sollte die EU doch zu dem Schluss kommen, dass die beiden Unternehmen wettbewerbswidrig handelten, könnte das ein schmerzhaftes Bußgeld nach sich ziehen. Sie könnten dann eine Strafe von bis zu zehn Prozent des weltweiten Konzernumsatzes verhängen.

Möbelbranche sieht Porta-Übernahme kritisch

Unabhängig von der Untersuchung will Brüssel klären, ob die Übernahme grundsätzlich mit europäischem Wettbewerbsrecht vereinbar ist.

Die deutsche Möbelindustrie sprach im vergangenen Jahr angesichts der geplanten Übernahme von einer „dramatischen Nachricht“. „Käme dieser Kauf zustande, würde sich die ohnehin schon hohe Konzentration im deutschen Möbelhandel weiter verschärfen und eine bedrohliche Größenordnung erreichen“, hieß es in einer Reaktion der Verbände der deutschen Möbelindustrie.

Die XXXLutz-Unternehmensgruppe, zu der auch Mömax und Poco gehören, ist nach eigenen Angaben einer der weltweit größten Möbelhändler und in Deutschland nach Ikea der zweitgrößte Möbelhändler.

Porta gibt es seit 1965. Damals wurde das erste Einrichtungshaus in der Nähe von Porta Westfalica errichtet.

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