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Die Europäische Union und Jordanien werden am 21. April in Amman eine Investitionskonferenz abhalten, gaben EU-Kommissarin für den Mittelmeerraum Dubravka Šuica und die jordanische Ministerin für internationale Zusammenarbeit Zeina Toukan am Montag bekannt.

An der Konferenz werden die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, und der jordanische König Abdullah II. teilnehmen. Ziel ist es, die Beziehungen zwischen europäischen und jordanischen Unternehmen und Investoren zu stärken und sie zu ermutigen, sich zu treffen und gemeinsam an Projekten zu arbeiten, die beiden Partnern zugute kommen.

„Wir werden in den nächsten Wochen eine Reihe europäischer Hauptstädte besuchen, um für die Investitionskonferenz Jordanien-EU zu werben“, sagte Toukan am Montag.

Jordanien ist ein Schlüsselland für die EU-Wirtschaftsdiplomatie im Nahen Osten, wo Brüssel nach den Schäden durch die Kriege in Syrien und Gaza eine größere politische Rolle als stabilisierende Kraft spielen will.

Jordanien gehört zudem zu den Ländern der Region mit den meisten „Talenten“ – was für Europa bedeutet, dass es potenzielle Fachkräfte gibt.

„Jordanien ist ein stabiler und wettbewerbsfähiger Ort für Investitionen in einer sich schnell verändernden Welt, und wir sind dieser Partnerschaft voll und ganz verpflichtet“, sagte Šuica in ihrer Rede.

Im Januar letzten Jahres hat die EU Kredite und Investitionen in Höhe von 3 Milliarden Euro für den Zeitraum 2025–2027 zugesagt, die hauptsächlich den Bereichen Handel, Energie, Sicherheit und Migration dienen. Von den 3 Milliarden Euro werden 1,4 Milliarden Euro für Wirtschaftsinvestitionen über EU-Finanzinstrumente bereitgestellt. Diese Summe bildet den Rahmen für die im April stattfindende Konferenz.

Ost-West-Verbindungen

Während der Pressekonferenzen erwähnten die beiden Staats- und Regierungschefs einige der zu besprechenden Projekte. Einige sind neu und andere bereits im Bau, wobei die EU und andere europäische Länder die Hauptbeitragszahler sind.

Als Beispiel nannten sowohl Šuica als auch Toukan das Wasserentsalzungsprojekt Aqaba-Amman, das von mehr als 1,5 Milliarden Euro profitiert, die von der EU und den Mitgliedstaaten zur Verbesserung der Wassersicherheit mobilisiert wurden.

Weitere Beispiele sind die Schaffung des Aqaba Digital Hub und die Verlängerung des MEDUSA-Unterseekabels nach Jordanien. Letzteres soll bereits nordafrikanische Länder mit Zypern, Frankreich, Italien, Portugal und Spanien verbinden, mit dem Ziel, die Internetgeschwindigkeit für nordafrikanische Universitäten um den Faktor 200 zu erhöhen.

Ein weiterer wichtiger Plan ist die Schaffung des Wirtschaftskorridors Indien-Mittlerer Osten-Europa (IMEC), dessen erste Projekte im ersten Quartal 2026 vorgestellt werden.

Das IMEC-Projekt soll Verkehrsnetze, digitale Infrastruktur und Logistikzentren schaffen, um einen reibungslosen und effizienten Handel zwischen Regionen zu gewährleisten. Der Korridor wird wahrscheinlich durch Jordanien verlaufen.

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