Ahoi! „Das Traumschiff“ schippert in ganz neue Gewässer, sogar bis zum anderen Ufer. Nach 45 Jahren gibt es den ersten Kuss zwischen zwei Frauen. Guten Morgen, ZDF!

Tabubruch auf dem „Traumschiff“. So hätte dieser Text beginnen können, wenn er vor rund 45 Jahren entstanden wäre. Dann wäre der Kuss zwischen den Schauspielerinnen Michaela May und Saskia Vester tatsächlich irgendwie aufsehenerregend gewesen, wobei selbst damals schon die Liebe zwischen zwei Frauen eigentlich normal hätte sein müssen.

Tatsächlich hat das ZDF aber nun mehr als vier Jahrzehnte gebraucht, um im Rahmen der Reihe „Das Traumschiff“ einen Kuss zwischen zwei Damen in See stechen zu lassen. Geknutsche zwischen zwei Männern gab es auf dem „Traumschiff“ übrigens bereits 2019. Donnerwetter! Aber auch wenn es dem einen oder anderen Zuschauer vielleicht nicht gerade so vorkommt, als befände man sich mit diesen neuen queeren Szenen am Puls der Zeit, so hat die neueste Folge schon vorab eine Welle der Erregung generiert.

Der Kuss ruft nämlich dann doch noch Schlagzeilen wie „Beben auf dem ‚Traumschiff'“, „Gleichgeschlechtlicher Kuss: Schauspiel-Legenden knutschen bei ZDF“, „Überraschung zu Ostern“ oder „Leidenschaftlicher gleichgeschlechtlicher Kuss bei ‚ZDF-Traumschiff'“ hervor.

Die beiden Schauspielerinnen May und Vester avancieren zu deutschen Versionen von Madonna und Britney Spears. Der legendäre Kuss zwischen den beiden Pop-Ikonen bei den MTV Video Music Awards 2003 war ein Meilenstein der Popkultur. „Das Traumschiff“ steht dem offensichtlich in nichts nach. Wieder zwei Blondinen, die sich unerwartet nahekommen. Darüber spricht die ganze Welt.

Ja, gut, dann hat es eben von der ersten „Traumschiff“-Folge 1981 bis Ostern 2026 gedauert, um auf die Idee eines lesbischen Kusses in einer der wichtigsten ZDF-Reihen zu kommen. Aber was soll’s? Rom wurde auch nicht an einem Tag gebaut. Jesus benötigte drei Tage, um aufzuerstehen. Und selbst RTL hat fast zwei Monate gebraucht, um festzustellen, dass der Umgang mit der Causa Gil Ofarim vielleicht an ein, zwei, drei, vier Stellen doch nicht so ganz gelungen war.

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