Wo es noch Zerkarien gibt

Saugwürmerlarven in Berliner Badeseen nachgewiesen


18.06.2026 – 10:19 UhrLesedauer: 2 Min.

Die offiziellen Badestellen in Berlin werden regelmäßig geprüft. (Symbolfoto) (Quelle: Paul Zinken/dpa/dpa-bilder)

Alle Berliner Badegewässer sind freigegeben – doch Zerkarien und Blaualgen können zum Problem werden. Wie sieht es im Rest von Deutschland aus?

Wassertemperaturen um die 20 Grad und sauberes Wasser: Berlins Badegewässer wie Müggelsee, Havel oder Wannsee laden an den erwarteten heißen Tagen wieder zum Abkühlen ein. Alle 39 ausgewiesenen Badestellen sind nach aktuellen Angaben der Gesundheitsverwaltung zum Baden geeignet. Allerdings liegen dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) derzeit Meldungen über Zerkarien vor. Das sind die Larven von bestimmten Saugwürmern, die sich in die Haut des Menschen bohren und einen Juckreiz oder auch einen allergischen Hautausschlag (Zerkarien-Dermatitis) verursachen können. Der Befall ist allerdings nur oberflächlich und wird als ungefährlich angesehen.

Aus anderen Gegenden in Deutschland wurden bislang noch keine Zerkarien gemeldet. Eine Ausnahme macht ein Badesee in der Nähe von Regensburg (Bayern). Auch in unserem Nachbarland Österreich gibt es erste Nachweise.

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Regelmäßige Kontrollen während der Badesaison

Stephanie Reisinger, Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur, teilte mit: „Dem Lageso liegen bislang für 2026 nur sehr wenige Zerkarienmeldungen vor, dafür verhältnismäßig früh im Jahr.“ Demnach gingen Meldungen zum Jungfernheideteich, zum Teufelssee und zum Schlachtensee ein. „Das Wasser einiger Gewässer hat sich in diesem Jahr sehr früh erwärmt, wodurch Zerkarien bereits Ende Mai/Anfang Juni ausgeschwärmt sein können. In den letzten Jahren erhielten wir Zerkarienmeldungen eher Mitte Juni bis Mitte Juli“, erklärte die Sprecherin.

Das Auftreten und Ausschwärmen von Zerkarien sei zeitlich begrenzt und nicht vorhersehbar. Eine Überprüfung sei nach eingegangenen Meldungen nicht zielführend, da die Zerkarien nach wenigen Tagen bereits nicht mehr im Gewässer auffindbar seien.

Laut Lageso werden die Badestellen in der Hauptstadt während der Badesaison regelmäßig untersucht. Grundlage sind mikrobiologische Messungen, insbesondere zu Keimen wie Escherichia coli und Enterokokken, die Hinweise auf mögliche Verunreinigungen geben. Laut der Lageso-Sprecherin erfüllen alle ausgewiesenen Badestellen nach den letzten Messungen die Anforderungen für eine ausgezeichnete Badegewässerqualität. Die Messungen finden demnach weiterhin regelmäßig in 14-tägigen Abständen statt.

Wo noch Zerkarien gemeldet werden

Außerhalb von Berlin gibt es bislang kaum Nachweise von Zerkarien. Nur in Bayern meldet ein Nachrichtenportal, dass der Sarchinger See nahe Regensburg belastet sein könnte. Kinder hätten nach dem Baden einen typischen Hautausschlag entwickelt. Der Naherholungsverein empfiehlt beim Verdacht auf die Würmer: „Badegäste sollten flache Uferzonen mit dichter Vegetation meiden, nach dem Baden die nasse Badebekleidung schnell ausziehen sowie sich gründlich mit einem Handtuch abtrocknen. Zudem sollte man keine Wasservögel füttern, da diese die Ansammlung von Zerkarien im Wasser fördern können.“

Auch für Österreich-Urlauber könnten die Saugwürmer zum unliebsamen Thema werden. Hier gibt es erste Meldungen aus Oberösterreich. In Aspach wurden demnach Warnschilder an Badeseen aufgestellt, die auf den Befall hinweisen und raten, nicht in den Flachwasserzonen zu baden.

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