Risiko für Raucher
So macht sich ein Lungenemphysem bemerkbar
Aktualisiert am 08.04.2026 – 07:55 UhrLesedauer: 3 Min.
Ein Lungenemphysem kann die Lebensqualität drastisch einschränken. In vielen Fällen lässt sich die Erkrankung jedoch vermeiden.
Eine chronische und nicht heilbare Krankheit: Beim Lungenemphysem werden Lungenbläschen dauerhaft zerstört. Wie sich das bemerkbar macht und welche Therapien es für Betroffene gibt.
Lungenemphysem: Körper wird schlecht mit Sauerstoff versorgt
Von einem Lungenemphysem betroffen sind in erster Linie die Lungenbläschen (Alveolen), die für den Gasaustausch im Körper von wesentlicher Bedeutung sind. Über sie gelangt der Sauerstoff aus der Atemluft in den Blutstrom und damit in den ganzen Körper. Umgekehrt geben die Lungenbläschen das Kohlendioxid aus dem Verarbeitungsprozess wieder ab.
Besteht ein Lungenemphysem, sind die Lungenbläschen krankhaft überbläht und verlieren ihre Elastizität. Mehrere der Bläschen verschmelzen zu sackartigen Blasen, wodurch sich die Oberfläche der Lunge, die für den Gasaustausch zuständig ist, verringert. Als Folge kann der Körper immer schlechter mit Sauerstoff versorgt werden. Der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt.
Welche Symptome im Krankheitsverlauf typisch sind
Die Symptome eines Lungenemphysems stellen sich oft erst schleichend ein. Zu Beginn der Erkrankung leiden die Betroffenen unter Kurzatmigkeit. Diese tritt anfangs nur bei Belastung auf und ist abhängig von äußeren Faktoren wie Klima oder Jahreszeit. Auch bläulich verfärbte Lippen und Finger durch den Sauerstoffmangel im Blut sowie ein Müdigkeits- und Schlappheitsgefühl können auftreten.
Im weiteren Verlauf kommt es auch bei leichten Anstrengungen zu Atemnot, im Endstadium selbst im Ruhezustand. Husten und Auswurf können als Symptome auftreten, insbesondere wenn die Patienten zusätzlich unter chronischer Bronchitis leiden. Auch äußerlich gibt es Anzeichen für ein Lungenemphysem: Erkrankte weisen einen sogenannten Fassthorax auf, also einen fassförmigen Brustkorb, der kurz und breit ist. Der Fassthorax bildet sich als Folge der verstärkten Lungenüberblähung.
Schließlich erhöht sich bei Menschen mit einem Lungenemphysem die Wahrscheinlichkeit, an Atemwegsinfektionen zu erkranken. Wie stark die Symptome auftreten, hängt dabei vom Zerstörungsgrad der Lunge ab.
Alarmierend ist: Nach Angaben des Bundesverbands der Pneumologen (BdP) ist bei einer Reduktion der Lungenoberfläche um 30 Prozent die Lebenserwartung deutlich geringer als bei gesunden Menschen. Zusätzliche Gefäßverengungen können diese weiter absenken.
Zerstörung des Gleichgewichts in der Lunge
Grundsätzlich entsteht ein Lungenemphysem dadurch, dass das Gleichgewicht bestimmter Eiweißstoffe in der Lunge beeinträchtigt ist. Es gibt dabei sowohl Eiweiß abbauende Enzyme – sogenannte Proteasen – als auch Eiweiß schützende Proteine namens Antiproteasen und Proteaseinhibitoren. Sind mehr abbauende Eiweißstoffe vorhanden als schützende, werden die Lungenbläschen mit der Zeit nach und nach zerstört. Ursachen für diesen Prozess gibt es einige.
Besonders Rauchen kann sich negativ auf das Gleichgewicht in der Lunge auswirken. Bestimmte Substanzen im Zigarettenrauch hemmen die schützenden Enzyme. Als Folge des Übergewichts der abbauenden Proteine entsteht eine chronische Entzündung in der Lunge, die sich zu einem Emphysem ausbilden kann.
Andere chronische Entzündungen, die durch unkontrolliertes Asthma, Bronchitis oder eine schwere Lungenentzündung ausgelöst werden, können ebenfalls ein Lungenemphysem zur Folge haben. Zudem kann das Lungenemphysem als Endstadium anderer Lungenerkrankungen wie einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) auftreten. Die COPD gehört zur häufigsten Emphysemform und wird in erster Linie durch Rauchen ausgelöst.
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