„Finden wir befremdlich“
Pornoskandal an Oberschule
Aktualisiert am 15.04.2026 – 16:20 UhrLesedauer: 2 Min.
Im Rahmen eines Schulprojekts sollen Jugendlichen pornografische Bilder gezeigt worden sein. Nun ermittelt die Polizei.
Nach einem Theaterprojekt an einer sächsischen Oberschule im Landkreis Görlitz wird gegen zwei Projektleiterinnen ermittelt. Gegen sie besteht der Verdacht, pornografische Inhalte an unter 18-Jährige verbreitet zu haben. Das bestätigte die Polizeidirektion auf Anfrage des MDR.
Den beiden Frauen wird vorgeworfen, Mitte März im Rahmen eines Theaterprojekts Schülern einer neunten Klasse in der Gemeinde Schleife Bilder von Oralsex gezeigt zu haben, berichtete die „Bild“-Zeitung. Mehrere Eltern erstatteten demnach Anzeige bei der Polizei.
Die Materialien sollen am ersten Tag der Projektwoche gezeigt worden sein. Warum dies geschah, ist bislang nicht bekannt. Eine Mutter erklärte bei einer Gemeinderatssitzung am Dienstag, die Fotos seien noch am selben Nachmittag im Elternchat aufgetaucht.
Nach Angaben von Eltern seien zudem politische Aussagen mithilfe von Flyern verbreitet worden. Näheres über deren Inhalt ist nicht bekannt. Ein Vater kritisierte laut „Bild“ außerdem, dass die Frauen ohne Begleitung eines Lehrers mit den Jugendlichen gearbeitet hätten.
Die Schulleitung wurde noch am ersten Projekttag über den Vorfall informiert. Direktor Jan Rehor erklärte dem MDR: „Als ich davon erfahren habe, habe ich sofort reagiert und das Projekt gestoppt.“ Der Inhalt der Veranstaltung sei dem Schulleiter eigentlich ganz anders präsentiert worden. „Es sollte um Mut- und Hoffnungslosigkeit unter Jugendlichen angesichts aktueller Krisen gehen“, erklärte Rehor.
Neben der Polizei prüft auch das Landesamt für Schule und Bildung den Vorfall, meldete der MDR weiter. Gegenstand der laufenden Prüfung sei unter anderem, ob das Vorgehen der Projektverantwortlichen gegen Vorgaben des sächsischen Schulgesetzes verstoßen haben könnte, hieß es seitens des Amtes. Welche Konsequenzen der Fall haben könnte, sei bislang unklar.
Nach Angaben des Landesamtes könne den Lehrern kein Vorwurf gemacht werden, nicht eingeschritten zu sein. Ein Sprecher des Amtes erklärte der „Bild“, dass keine Aufsichtspflichtverletzung im Sinne der Schulordnung bestehe, „weil man die Aufsicht an pädagogische Personen abtreten kann.“ Eine der beiden Frauen soll demnach ausgebildete Pädagogin sein.
Auch der Bürgermeister von Schleife, Jörg Funda (CDU), zeigte sich bestürzt. In Bezug auf die Bilder sagte er dem MDR: „Als Vater von vier Kindern wäre ich auch auf den Tisch gesprungen.“
Das Projekt wurde von der gemeinnützigen Amadeu-Antonio-Stiftung gefördert. Auch dort habe der Vorfall zu einer schnellen Reaktion geführt. Wie die „Bild“ berichtete, erklärte ein Stiftungs-Sprecher der „Leipziger Volkszeitung“, dass die Förderung „umgehend gestoppt“ worden sei.










