Im Norden der Türkei
Neues Erdbeben erschüttert Region: Experte warnt
13.03.2026 – 12:35 UhrLesedauer: 2 Min.
Menschen schrecken aus dem Schlaf hoch, Häuser wackeln: In der Türkei erleben mehrere Provinzen ein mittelschweres Erdbeben. Doch es könnte nicht das letzte gewesen sein.
Ein Erdbeben der Stärke 5,5 hat in der Nacht auf Freitag um 3.35 Uhr die türkische Provinz Tokat im Norden des Landes erschüttert. Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde Afad war es auch in mehreren benachbarten Provinzen zu spüren. Betroffen waren demnach Samsun, Amasya, Ordu und Sivas.
Das Beben habe sich in einer Tiefe von 6,37 Kilometern ereignet, hieß es weiter. Nach derzeitigem Stand gibt es keine Berichte von Toten oder Verletzten. Auch die Infrastruktur wurde nach bisherigen Erkenntnissen nicht beschädigt.
Auf der Seite des European-Mediterranean Seismological Centre beschrieben mehrere Menschen das Beben als „heftig“. Einige von ihnen seien nach eigenen Aussagen aus dem Schlaf gerissen worden. „Es dauerte fast eine Minute. Die Möbel haben deutlich gewackelt“, meldete etwa ein Nutzer.
In der Großstadt Tokat blieben am Freitag Schulen und Kindergärten geschlossen, wie das Gouverneursamt auf X mitteilte.
In der Türkei befinden sich zahlreiche sogenannte Verwerfungen, also tektonische Zerreiß- oder Bruchstellen im Gestein. Erst am Montag war es zu einem Erdbeben gekommen. Betroffen war hier hauptsächlich die Provinz Denizli.
Laut dem türkischen Geophysiker Övgün Ahmet Ercan ist die Provinz Tokat, in der die Erde am Freitag gebebt hatte, besonders anfällig für schwere Erdbeben. Aus seiner Sicht sei unklar, ob es sich bei dem Beben um ein Hauptbeben oder ein Vorbeben handelte.
„Falls dieses Beben das Hauptbeben war, könnte das stärkste Nachbeben etwa eine Stärke von 4,5 erreichen“, so Ercan. Und weiter: „Sollte dieses Beben jedoch ein Vorbeben gewesen sein, könnte das Hauptbeben eine Magnitude von 6,4 bis möglicherweise 7,0 erreichen.“ Zuletzt habe es 1942 ein so starkes Beben gegeben, erklärte er.
