Rätselhafter Vermisstenfall

Ermittler haben Schwager von Michelle H. in Verdacht


Aktualisiert am 18.03.2026 – 16:58 UhrLesedauer: 2 Min.

Michelle H. aus Celle: Die 25-Jährige wird seit einer Woche vermisst. (Quelle: Polizei)

Seit einer Woche sucht die Polizei eine 25-Jährige. Vor ihrer Wohnung zeigt eine lange Blutspur den Weg, den sie vor ihrem Verschwinden wohl genommen hat. Jetzt werden neue Details bekannt.

Eine Woche nach dem Verschwinden von Michelle H. aus Celle erklären die Ermittler erstmals, dass es in dem Fall einen Verdächtigen gibt. Wie zuerst die „Cellesche Zeitung“ berichtete, wird gegen den 46-Jährigen ermittelt, der am 11. März mitten in der Nacht den Notruf gewählt und das Verschwinden von H. gemeldet hatte.

Bei dem Mann handelt es sich laut der Staatsanwaltschaft um den Lebensgefährten ihrer Schwester. Er wird aktuell des versuchten Totschlags verdächtigt – zumindest, solange unklar ist, ob H. noch lebt oder schon tot ist.

In Gewahrsam befindet sich der Mann allerdings nicht. Bisher gebe es lediglich einen Anfangsverdacht gegen ihn, sagte Staatsanwältin Stefanie Vogler am Mittwoch t-online. Für eine Festnahme würden die Beweise fehlen: „Noch ist gar nicht klar, ob es überhaupt zu einer Straftat gekommen ist.“

Aber: Die Spurensicherung hat in der Wohnung der Vermissten ein blutverschmiertes Küchenmesser gefunden. „Die Blutanhaftungen werden aktuell spurentechnisch untersucht“, sagte die Staatsanwältin. Es werde auch geprüft, ob die DNA des 46-Jährigen auf dem Messer war.

Der Mann hatte vor einer Woche der Polizei gesagt, H. sei am frühen Mittwochmorgen gegen 3.30 Uhr mit einer klaffenden Halswunde aus ihrer Wohnung auf die Straße gelaufen. Eine lange Blutspur auf dem Pflaster zeugte von der Verletzung. Mantrailer-Hunde nahmen danach die Fährte von H. auf. „Sie führte bis in Ufernähe der durch Celle fließenden Aller“, sagte eine Polizeisprecherin t-online.

Am Mittwoch suchte die Polizei erneut auf und an dem Fluss nach Spuren der Vermissten – mit Tauchern, einem Sonargerät und zwei Leichenspürhunden. Gefunden haben die Ermittler auch am Mittwoch wieder nichts.

In welchem Verhältnis H. und der Lebensgefährte ihrer Schwester zueinander standen, ist der Staatsanwaltschaft zufolge unklar. Zu der Frage, warum der Mann am Mittwochmorgen um 3.30 Uhr überhaupt in der Wohnung von Michelle H. war, wollte sich Staatsanwältin Vogler nicht äußern.

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