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Gesundheit

Erkennen, behandeln und Amputationen vorbeugen

MitarbeiterBy MitarbeiterFebruar 25, 2026
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Erkennen, behandeln und Amputationen vorbeugen

Frakturen, die man nicht spürt

Charcot-Fuß: Was dahintersteckt und wer gefährdet ist


Aktualisiert am 25.02.2026 – 17:01 UhrLesedauer: 4 Min.

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Quelle: Toa55/getty-images-bilder

Das diabetische Fußsyndrom ist bei Diabetikern weit verbreitet. Eine gefährliche Sonderform ist der Charcot-Fuß, der zu Knochenbrüchen und Deformationen führt.

Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 250.000 Menschen mit Diabetes mellitus am diabetischen Fußsyndrom. Etwa 10.000 von ihnen entwickeln eine gefährliche Sonderform, bei der die Füße stark deformieren, sich offene Wunden bilden und die Knochen – meist unbemerkt und schmerzlos – brechen. Mediziner bezeichnen dies als diabetisch-neuropathische Osteoarthropathie oder Charcot-Fuß. Der Name geht auf den französischen Neurologen Jean-Marie Charcot zurück, der die Erkrankung als erster beschrieb.

Aufgrund der Seltenheit des Krankheitsbilds kommt es häufig zu Fehldiagnosen und verspäteten Behandlungen. Schwere, zu spät erkannte Infektionen von Charcot-Füßen führen nicht selten zu Amputationen im Unterschenkel.

Beim Charcot-Fuß kommt es zur Zerstörung von Knochen und Gelenken im Fußbereich. „Der Fuß ist geschwollen, gerötet und warm. Weitere mögliche Symptome sind Unruhe, Kribbeln und ein Gefühl der Instabilität“, erklärt Yvonne Häusler, Vorsitzende des Verbandes der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e.V. (VDBD).

In mehr als der Hälfte der Fälle brechen die Gelenke zwischen Fußwurzel und Mittelfußknochen, da dort die Belastung am größten ist. Bei jedem Fünften sind die Gelenke zwischen Zehen und Mittelfußknochen und bei jedem Zehnten die Sprunggelenke betroffen. Dadurch wird der Fuß instabil und es bilden sich Deformationen.

Durch einen langjährigen Diabetes oder dauerhaft schlechte Blutzuckerwerte können Menschen mit Diabetes Nervenschäden entwickeln – die sogenannte Polyneuropathie. Betroffene nehmen Schmerzen schlecht oder gar nicht wahr, sodass sie Wunden oder Verletzungen häufig nicht oder zu spät bemerken. Die Folge: Das Gelenk wird stark überlastet und entsprechend rasch zerstört.

„Meist beginnt der Erkrankungsprozess mit einem Ermüdungsbruch und es entsteht ein entzündliches Ödem“, sagt Häusler. Das Fatale sei, dass durch die Nervenschäden, die dem Charcot-Fuß vorausgehen, die Patienten die Verletzungen nicht spürten und ein Teufelskreis aus weiterer Belastung der Fraktur und zunehmenden Schädigungen am Fußskelett entstehe. Langwierige Stellungskorrekturen des zerstörten Fußskeletts seien häufig die Folge.

„Über die Erkrankungsursachen des Charcot-Fußes ist noch immer zu wenig bekannt“, sagt Häusler. „Aber es ist zu vermuten, dass – neben der Stoffwechseleinstellung und der Länge einer Diabeteserkrankung – auch die genetische Veranlagung eine Rolle spielen könnte.“

Statistisch gesehen erkranken Personen mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes gleichermaßen häufig am Charcot-Fuß. Betroffen sind oft jüngere Patienten zwischen 40 und 60 Jahren. „Entgegen geläufiger Meinung beobachten wir in der Praxis, dass auch Menschen mit einem optimalen Langzeit-Blutzuckerwert (HbA1c) betroffen sein können“, erklärt Häusler.

Doch auch Patienten ohne Zuckererkrankung können im Laufe des Lebens eine Neuropathie entwickeln. Auch andere Nervenerkrankungen mit Sensibilitätsstörungen der Füße sind als auslösende Ursache möglich. Daher ist die Untersuchung der Nervenfunktion an den Füßen auch bei allen anderen Patienten unerlässlich.

Da Menschen mit Diabetes und einer Polyneuropathie die Veränderungen oft nicht selbst wahrnehmen, rät Häusler dazu, die Füße täglich auf Druckstellen, Blasen und Hautveränderungen zu untersuchen. Außerdem sollte unbedingt das richtige Schuhwerk gewählt und eine sorgfältige Fuß- und Nagelpflege betrieben werden. Die Diabetesberaterin empfiehlt zusätzlich, regelmäßige Kontrolltermine beim Diabetologen wahrzunehmen, auf Rauchen und Alkohol zu verzichten und Übergewicht, Bluthochdruck und erhöhte Blutfettwerte zu vermeiden.

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