Linda Klümpen, Erstautorin der Studie, erklärt: „Wir konnten feststellen, dass sich durch den Verzehr der Haferflocken die Zahl bestimmter Bakterien im Darm erhöht.“ Diese Bakterien produzieren beim Abbau des Hafers sogenannte phenolische Verbindungen, darunter vor allem Ferulasäure und Dihydroferulasäure. Frühere Tierstudien deuten darauf hin, dass diese Stoffe den Cholesterinstoffwechsel günstig beeinflussen.

Umgekehrt „entsorgen“ andere Mikroorganismen die Aminosäure Histidin. Diese wird vom Körper ansonsten teilweise in ein Molekül umgewandelt, das im Verdacht steht, eine sogenannte Insulinresistenz zu befördern. Diese Unempfindlichkeit gegenüber Insulin ist ein zentrales Merkmal des Diabetes mellitus.

Im Vergleich zur zweitägigen Haferkur brachte eine moderate Haferdiät über sechs Wochen hinweg deutlich geringere Erfolge: In einem zweiten Teil der Studie aßen 17 Personen täglich 80 Gramm Haferflocken bei sonst unveränderter Ernährung. Hier fielen die Verbesserungen deutlich schwächer aus.

Marie-Christine Simon, Juniorprofessorin am Institut für Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften der Universität Bonn zieht daraus eine klare Schlussfolgerung: „Eine kurze Haferkur in regelmäßigen Abständen könnte eine gut verträgliche Möglichkeit sein, den Cholesterinspiegel im Normbereich zu halten und einem Diabetes vorzubeugen.“ Die Forschenden wollen nun prüfen, ob dies tatsächlich der Fall ist.

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