„Wie eine Welle durchs Haus“
Erdbeben erschüttern Norddeutschland
12.02.2026 – 08:57 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Erde grummelt – dann ein Knall und das Haus wackelt: So beschreiben Menschen zwei Erdbeben, die Niedersachsen erschüttert haben.
Zwei Erdbeben im Abstand von wenigen Stunden haben das Gebiet im niedersächsischen Drei-Landkreise-Eck Verden, Rotenburg (Wümme) und Heidekreis erschüttert. Laut dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie ereignete sich das erste Beben am Mittwochmorgen um 4.57 Uhr und hatte eine Magnitude von 2,1. Der zweite Erdstoß folgte am Abend um 20.37 Uhr mit einer Magnitude von 2,6.
Der Erdbebenexperte Jens Skapski gibt die Intensität unter Berufung auf Berechnungen des Bundesverbandes Erdgas, Erdöl und Geoenergie sogar mit 2,4 und 2,8 an. Ab einer Magnitude von etwa 1,9 sind Erdbeben für Menschen spürbar.
Demnach hätten mehr als 120.000 Menschen das stärkere der beiden Beben bemerkt. Auch vereinzelte leicht beschädigte Gebäude wären nicht auszuschließen.
Menschen beschrieben ihre Wahrnehmungen unter anderem als „dumpfes Grollen“, auf das ein Knall oder eine Druckwelle folgte. „Es hat das Haus einmal kurz durchgeschüttelt“, berichtete ein User auf der Internetseite „Erdbebennews“. Ein anderer User schrieb, dass das Geschirr im Schrank geklappert habe und Wände gewackelt hätten. Ein weiterer Nutzer schilderte ein leichtes Grollen, näherkommendes Grollen, das dann „wie eine leichte Welle durchs Haus“ gelaufen sei.
Das Epizentrum beider Beben lag im Gebiet zwischen den Erdgasfeldern Hamwiede und Weissenmoor. Laut dem niedersächsischen Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie führt die Förderung von Erdgas zu Spannungen im tiefen Untergrund. „Wenn diese an Schwächezonen im Untergrund impulsartig abgebaut werden, kann es zu spürbaren Erschütterungen an der Oberfläche kommen“, schreibt das Amt. Dies seien dann sogenannte induzierte Erdbeben. Die genaue Ursache der aktuellen Ereignissese werde zurzeit analysiert.
