Häuser wackeln
Erdbeben erschüttert den Südwesten Deutschlands
02.03.2026 – 10:02 UhrLesedauer: 2 Min.
In Baden-Württemberg bebt die Erde. Mitten in der Nacht schrecken zahlreiche Menschen hoch – mehrere Sekunden lang vibrieren Häuser und Möbel.
Wände, Schränke und Betten wackeln, ein grollendes Geräusch dringt aus der Erde: So beschreiben Menschen ein Erdbeben, das am Sonntagabend den Ortenaukreis in Baden-Württemberg erschüttert hat.
Das Epizentrum des Bebens lag laut dem Erdbebendienst des Landes in Kippenheim. Es habe automatischen Berechnungen zufolge eine Stärke von 2,4 gehabt. Zahlreiche Menschen aus der Ortenau und dem Schwarzwald hätten die Erschütterung um 23 Uhr wahrgenommen.
Auf der Internetseite „Erdbebennews“ berichteten Nutzer von dem Beben. Es sei ein lautes Grollen wie eine Welle gewesen, schrieb einer. Danach habe das Haus gewackelt. Ungefähr fünf bis zehn Sekunden habe es gedauert, dann sei alles vorbei gewesen.
Laut einem Modell des Erdbebenexperten Jens Skapski war das Beben vermutlich für rund 18.000 Menschen spürbar. Nachrichten von Verletzten oder Schäden an Gebäuden gab es zunächst nicht.
Baden-Württemberg ist das seismisch aktivste Bundesland in Deutschland. Im globalen Vergleich wird die Erdbebenaktivität von Experten jedoch nur als moderat eingestuft. Spürbar sind Beben laut dem Erdbebendienst etwa ab einer Stärke von zwei.
Im Jahr 2025 sind in Baden-Württemberg 14 Erdbeben spürbar gewesen. Das hatte der Landeserdbebendienst Baden-Württemberg (LED) am Regierungspräsidium Freiburg mitgeteilt. Demnach hatten 13 der Beben ihr Epizentrum im Land, eines ging vom benachbarten Schweizer Gebiet aus und war bis nach Baden-Württemberg zu spüren.
Der LED betreibt eigenen Angaben zufolge zur Überwachung ein Messnetz mit rund 50 Stationen im ganzen Land. Ergänzt werde dieses durch Daten aus benachbarten Regionen und Ländern. Erdbebendaten liefen in Echtzeit in der Zentrale in Freiburg ein, würden automatisch ausgewertet und im Nachgang von Seismologen überprüft. Bei stärkeren Beben gebe es eine schnelle Benachrichtigung von Behörden und Öffentlichkeit.
Erdbeben können nicht vorhergesagt werden. Geologische Analysen und historische Daten erlauben aber eine Einschätzung der seismischen Gefährdung, etwa für Bauvorgaben und Notfallpläne.
