Mutmaßlicher Terrorist ist tot

Vater von Abdul B.: „Er wurde einer Gehirnwäsche unterzogen“


27.07.2026 – 03:12 UhrLesedauer: 2 Min.

Der mutmaßliche CSD-Attentäter Abdul B. wurde in einer Berliner Kleingartenanlage von der Polizei getötet. (Quelle: Agenzia/Fotogramma/Agenzia/Fotogramma/imago images)

Was trieb seinen Sohn zum Anschlag auf den Berliner CSD? Tawflik B., Vater des mutmaßlichen Attentäters Abdul B., äußert einen scherwiegenden Verdacht.

Was bewegte den mutmaßlichen CSD-Attentäter von Berlin zu seiner grausamen Tat? Während die Ermittler derzeit fieberhaft den Motiven von Abdul B. auf den Grund gehen, hat sich der Vater des Tatverdächtigen gegenüber dem „Spiegel“ geäußert. In dem Interview mit dem Magazin berichtete Tawfik B. auch von dem letzten Telefonat, das er mit seinem verstorbenen Sohn führte.

Noch am Samstag habe Abdul B. ihn angerufen: „Wir haben ganz normal gesprochen, wie jeden Tag. Er sagte, dass er mich vermisst und er sich wünschte, jetzt mit uns im Libanon zu sein“, so Tawfik B., der sich derzeit in seinem Heimatland Libanon bei Verwandten aufhält.

Nach Angaben des Vaters besuchte sein in Berlin geborener Sohn die Schule bis zur zehnten Klasse und arbeitete anschließend als Sicherheitsmitarbeiter und Fahrer. Einen festen Job habe er jedoch nie gehabt. Nachts war Abdul B. demnach häufig am Handy oder vor dem Fernseher, tagsüber habe er viel geschlafen, so der Vater. Tawfik B., ist 64 Jahre alt und stammt aus dem Süden des Libanon. Von seiner Ehefrau ist er nach Angaben des „Spiegel“ geschieden.

Vater von Abdul B. vermutet „Gehirnwäsche“

Mit seinem Sohn habe er häufig über dessen Haare und Bart gestritten. „Ich habe ihm nicht erlaubt, einen langen Bart zu tragen“, so Tawfik B. – offenbar, weil er dies für ein Symbol von religiösem Extremismus hielt. Als er ihn einmal gefragt habe, was Abdul von der Terrororganisation IS halte, habe der geantwortet, dass sie „schlecht“ sei. Auch bei Abdul B.s Verurteilung zu einer Bewährungsstrafe hatte dies offenbar eine Rolle gespielt. Vor dem Richter hatte der spätere, mutmaßliche CSD-Attentäter gesagt, er habe sich vom Gedankengut des IS distanziert.

Tawfik B. beschreibt seinen Sohn als „großzügig, emotional, liebevoll“, der mutmaßliche Attentäter habe das „Herz eines Kindes“. Noch am Samstag, einen Tag vor der schrecklichen Gewalttat, habe er mit seinem Sohn telefoniert. „Er hat mich angerufen und wir haben ganz normal gesprochen, wie jeden Tag. Er sagte, dass er mich vermisst und er sich wünschte, jetzt mit uns im Libanon zu sein.“

Für die mutmaßliche Täterschaft seines Sohnes hat der Vater nur eine mögliche Erklärung: „Er wurde einer Gehirnwäsche unterzogen.“

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