Kurz nach Besuch der Tafel
„Schöne Entenpastete“ – SPD-Mann schickt Fahrer zum Einkaufen
Aktualisiert am 26.02.2026Lesedauer: 2 Min.
Der SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Baden-Württemberg, Andreas Stoch, bedauert einen Fernsehausschnitt. Er zeigt, wie er einen Feinkosteinkauf plant – ausgerechnet nach einem Tafel-Besuch.
„Ich bin da in einen Fettnapf marschiert“, sagte Stoch am Abend bei einem Podium der „Badischen Neuesten Nachrichten“ zur Landtagswahl am 8. März. Wenige Tage vor der Landtagswahl löste eine TV-Szene Befremden aus, in der Stoch einen Fahrer gebeten hatte, Entenpastete einzukaufen.
Die Sequenz müsse im Kontext des Besuchs im Tafelladen irritierend wirken, sagte Stoch der Nachrichtenagentur dpa. „Das bedauere ich sehr, denn auch bei dem Besuch bei der Tafel ging es mir um die vielen Menschen, die Unterstützung brauchen.“ Zuvor hatte die „Stuttgarter Zeitung“ berichtet.
Konkret geht es um eine Szene in einem TV-Porträt, das der SWR im Vorfeld der Landtagswahl über den SPD-Spitzenkandidaten veröffentlichte. Darin begleitet ein Filmteam Stoch beim Besuch eines Tafelladens im badischen Bühl. Nach dem Besuch bei der Tafel hat der SPD-Mann den nächsten Termin in Baden-Baden.
Auf dem Parkplatz einer Raststätte ist zu sehen, dass Stoch seinem Fahrer offenbar einen Einkaufsauftrag gibt. Er spricht dabei gedämpft. „Wenn Du mich jetzt in Baden-Baden rauslässt, machst Du noch ne Runde?“. Stoch sagt seinem Fahrer nicht explizit, worum es geht. Dieser scheint den Auftrag dennoch zu verstehen. „Dann schickst Du mir ein Bild von der Auslage und ich sage Dir, was Du mir bringst“, sagt der Politiker zu seinem Fahrer.
Das Filmteam des SWR fragt nach, worum es sich bei dem Gespräch handelte. Stoch räumt daraufhin ein, wenn er in Baden unterwegs sei, nutze er die Gelegenheit manchmal, um im benachbarten Frankreich bei einem Metzger einzukaufen. „Eine schöne Entenpastete ist ‚was Herrliches“, erklärte Stoch dazu. Die bekomme man hierzulande nicht in der Qualität und zu dem Preis. Deswegen nutze er die Termine nahe der Grenze gerne, um frisches Baguette und gute Wurstwaren zu holen.
Von Baden-Baden sind es bis zur französischen Grenze zwar nur wenige Kilometer. Bis ins französische Hagenau, einer Stadt mit vielen Metzgereien und Spezialitätenläden, wären es aber rund 40 Kilometer Fahrtweg pro Strecke. Private Fahrten mit dem Dienstwagen sind Politikern in Deutschland zwar innerhalb bestimmter Richtlinien erlaubt, müssen aber versteuert werden.
