Ob das neue Verfahren tatsächlich die Nutzung der elektronischen Patientenakte erhöht, wird sich erst noch zeigen müssen. Benny Bennet Jürgens, Chef von „Nect“, zeigte sich im Tagesspiegel überzeugt: „Wir rechnen mit einer signifikanten Steigerung der ePA-Nutzung durch das ePass-Verfahren.“ Bei der DAK Gesundheit klingt die Einschätzung schon etwas vorsichtiger: Das ePass-Verfahren sei eine sinnvolle Alternative, „die sich positiv auf die Zahl aktiver Nutzerinnen und Nutzer auswirken könnte“, teilt die Kasse mit.

Noch nüchterner blicken Verbraucherschützer auf das neue Anmeldeverfahren. Zwar seien Probleme bei der Einrichtung der ePA ein Problem, das die Menschen von deren Nutzung abhält. Aber nur eines von vielen. Laut einer Umfrage des Verbraucherzentrale Bundesverbands fehle es vielen Menschen schlicht an Informationen, aber auch an grundlegenden Funktionen. Gewünscht werden hier etwa digitale Impfpässe, Zahnbonushefte oder Mutterpässe. Vor allem interaktive Elemente könnten aus Sicht der Verbraucherzentrale den erlebbaren Nutzen für die Verbraucher erhöhen. Denkbar sind hier Erinnerungen an Auffrischungsimpfungen oder automatisierte Prüfungen auf mögliche Wechselwirkungen von Medikamenten.

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