„Bin trotzdem reingegangen“

Boris Palmer: Grüne Jugend warf mich bei Özdemirs Wahlparty raus


09.03.2026 – 19:49 UhrLesedauer: 2 Min.

Boris Palmer: Die Grüne Jugend ist nicht gut auf ihn zu sprechen. (Quelle: IMAGO/Markus Ulmer/imago)

Willkommener Freund oder ungebetener Gast? Während Boris Palmers Besuch bei Cem Özdemirs Wahlparty kam es zu einem Eklat.

Tübingens parteiloser Oberbürgermeister Boris Palmer ist nach eigenen Worten bei der Wahlparty seiner früheren Partei in Stuttgart unsanft von Mitgliedern der Grünen Jugend zum Gehen aufgefordert worden. Er sei am Montagabend gleich im Eingangsbereich von zwei jungen Männern angeraunzt worden.

Palmer sagte dem „Spiegel“, er sei kurz nach Betreten der Halle in Stuttgart von zwei jungen Männern angeraunzt worden: „Mir wurde gesagt, dass ich Cem schade und wieder gehen soll.“ Er solle verschwinden, niemand habe ihn eingeladen. „Ich bin dann trotzdem reingegangen“, so Palmer.

Ryyan Alshebl, Bürgermeister in Ostelsheim, bestätigt im „Spiegel“ Palmers Darstellung. Er habe ein solches Verhalten zuletzt in der Grundschule erlebt, so Alshebl: „Es war kein freundliches Gespräch, und das lag nicht an Boris Palmer.“ Die Grüne Jugend Baden-Württemberg wollte den Vorfall auf „Spiegel“-Anfrage nicht kommentieren.

Die Jugendorganisation ist auf Palmer nicht gut zu sprechen. Nach der Wahl forderte sie, Palmer dürfe weder Minister noch Berater in der künftigen Landesregierung werden. „Die Haltungen und wiederholten rassistischen Äußerungen des ehemaligen Grünen-Mitglieds Boris Palmer sind mit den Grundwerten unserer Partei unvereinbar.“

Allerdings lässt Grünen-Politiker Cem Özdemir Spekulationen um ein mögliches Ministeramt für Palmer weiter offen. Auf die Frage, welche landespolitische Rolle der Tübinger nach der Wahl spielen werde, sagte Özdemir, selbstverständlich werde Palmer für ihn auch eine wichtige Rolle spielen. Aktuell verteile man aber keine Ämter.

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