Wal Timmy ist tot. Sein Kadaver beendet nicht nur ein Drama – sondern auch die bequeme Hoffnungsgeschichte seiner selbst ernannten Retter.
Monatelang hat sein Schicksal viele Menschen im Land bewegt. Jetzt steht fest: Wal Timmy ist tot. Sein Kadaver liegt nur wenige Meter vor der dänischen Küste. Möwen reißen das verwesende Fleisch von seinen Knochen. Ein trauriger, morbider Anblick – und doch hat er sein Gutes.
Es ist eine harte, gar brutale Feststellung: Das für jeden sichtbare Ende des Wals ist ein Glücksfall. Nicht für das Tier. Für das ist jedes Glück längst vorbei. Sondern für die Wahrheit. Denn mit dem Tod des Wals endet auch die Ungewissheit, in der es sich die selbst ernannten Walretter in den vergangenen Wochen bequem gemacht hatten.
Ein verschwundener Wal war für die gescheiterten Retter bequem
Die Ungewissheit war bequem, weil es ohne sie keine Verantwortung gibt. Solange niemand wusste, wo Timmy ist, war es ein Leichtes, zu behaupten, der Wal führe ein glückliches Leben in den Ozeanen dieser Welt.
- Drama in fünf Akten: Die Legende von Marc Lehmann zerschellt an Wal Timmy
Die Ungewissheit war bequem, weil mit ihr die Hoffnung zum Schutzschild wurde. Jeder Tag ohne Gewissheit ließ sich als Möglichkeit verkaufen: Vielleicht lebt Wal Timmy noch, vielleicht hat er es geschafft, vielleicht war doch alles richtig.
Sie war bequem, weil sie die Beweislast verschob. Nicht die Retter mussten ihr Handeln rechtfertigen, sondern die Kritiker mussten nachweisen, dass die Rettungsaktion gescheitert war.
Sie war bequem, weil sie eine profitable Selbstdarstellung möglich machte. Aus einem verschwundenen Wal lässt sich eine Legende machen und somit Kapital schlagen.
Selbsternannte Walretter hofften auf Ungewissheit
Die Ungewissheit war der bequemste Verbündete der gescheiterten Walretter. Das wussten die Aktivisten der privaten Initiative nur zu gut. Nicht umsonst haben sie alles getan, damit niemand erfuhr, wo der Wal nach seiner ominösen Freisetzung geblieben war.
- Drama eskaliert: Wal Timmy ist weg – die Ausreden sprießen
Die zuvor lauthals versprochenen GPS-Daten kamen weder bei den Behörden noch sonst irgendwo an. Stattdessen versuchte man mit offensichtlichen Lügen über angebliche Vitaldaten, die ein GPS-Tracker gar nicht senden kann, über ein mögliches Ableben des Wals hinwegzutäuschen.









